Analysten lagen mit Prognosen daneben
US-Arbeitsmarkt weiter unter Druck

Angesichts der anhaltend schleppenden Konjunktur bleibt die Lage am US-Arbeitsmarkt angespannt. In der weltgrößten Volkswirtschaft wurden im April den dritten Monat in Folge unter dem Strich massiv Stellen abgebaut. Zugleich stieg die Arbeitslosenquote auf ein Vier-Monats-Hoch.

Reuters WASHINGTON. Analysten sprachen am Freitag von wenig überraschenden Daten, die auf eine nahezu stagnierende Wirtschaft hindeuteten. Zugleich bekräftigten Volkswirte allerdings ihre Erwartung, dass die US-Notenbank (Fed) bei ihrem Treffen am Dienstag die Leitzinsen unverändert lassen wird. An der Wall Street ignorierten die Anleger die Daten und investierten verstärkt in Aktien. Auch der Dollar legte zum Euro wieder etwas zu.

Die Beschäftigtenzahl außerhalb der Landwirtschaft sei im Vergleich zum Vormonat um 48 000 gesunken nach einem revidierten Rückgang um 124 000 im März, teilte das US-Arbeitsministerium mit. Von Reuters befragte Analysten hatten einen etwas stärkeren Rückgang um 53 000 Stellen prognostiziert. Die Erwerbslosenquote stieg um 0,2 %punkte auf 6,0 %. Analysten hatten mit einem geringeren Anstieg auf 5,9 % gerechnet.

"Die Wirtschaft stagniert nahezu", sagte Robert van Order, Volkswirt bei Freddie Mac. Es bestehe die Möglichkeit, dass die Fed in den kommenden Monaten den Leitzins von derzeit 1,25 % senken werde, sollten weitere negative Nachrichten folgen. Zunächst werde die Notenbank aber nicht reagieren, sagte Carol Stone von Nomura Securities International mit Blick auf das Zinstreffen nächste Woche. Die Fed werde dabei aber möglicherweise die Konjunkturrisiken stärker betonen als zuletzt.

Die jüngsten Konjunkturdaten hatten ein uneinheitliches Bild der US-Wirtschaft gezeichnet, die im ersten Quartal mit vorläufig errechneten 1,6 % schwächer gewachsen war als erwartet. So verbesserte sich zwar das Verbrauchervertrauen. Deutliche Anzeichen für eine spürbare Belebung der Geschäftstätigkeit der Unternehmen blieben aber bislang aus. Fed-Chef Alan Greenspan hatte am Mittwoch darauf hingewiesen, dass sich das Geschäftsklima noch nicht merklich aufgehellt habe. Die anhaltende Investitionszurückhaltung der Unternehmen ist seiner Auffassung nach ein Haupthindernis für die erhoffte konjunkturelle Belebung. Trotz der Risiken rechnet Greenspan mit einer Erholung der US-Wirtschaft im zweiten Halbjahr, die auch zu einer Verbesserung der Lage am Arbeitsmarkt führen werde. Volkswirt Patrick Fearon von A.G. Edwards & Sons nannte es zu früh, so kurz nach Ende der Kriegshandlungen im Irak Hinweise auf einen Stellenaufbau zu erwarten.

Analysten wiesen darauf hin, dass die Beschäftigungszahlen im April wie bereits in den Vormonaten möglicherweise durch den Irak-Krieg verzerrt seien. So war im Februar und im März die Zahl der Beschäftigten außerhalb des Militärs auch deswegen stark zurückgegangen, weil Reservisten in die Armee einberufen wurden.

Positive Nachrichten gab es am Freitag indessen zur Entwicklung der US-Industrie, die von der Konjunkturschwäche der weltgrößten Volkswirtschaft am stärksten betroffen war. So stiegen die Auftragseingänge im März mit 2,2 % deutlich stärker als von Volkswirten mit 1,2 % prognostiziert.

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