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Analysten: Mitchell ist als Integrationsfigur schwer zu ersetzen

Reuters Frankfurt. Der Tod von Vorstandsmitglied Edson Mitchell wird Analysten zufolge bei der Deutschen Bank in den nächsten Monaten zwar für Unsicherheit sorgen, die Strategie der Bank langfristig aber kaum beeinträchtigen. Ohne die Integrationsfigur Mitchell könnten andere Banken jetzt leichter Händler-Teams der Deutschen Bank abwerben, sagten Analysten. Zudem wäre Mitchell im Zuge der anstehenden Konzern-Umstrukturierung zum zweitwichtigsten Manager der Bank aufgestiegen und sei unmittelbar kaum zu ersetzen. Der Bank werde es gelingen, die von Mitchell in den vergangenen Jahren mitgeprägte Strategie im Investmentbanking weiter zu führen. Ein Sprecher der Bank betonte am Mittwoch, die Umstrukturierungspläne würden sich - entgegen der Befürchtungen vieler Analysten - nicht verzögern.

Für Mitchell ist nach Einschätzung von Fondsmanagern und Analysten kurzfristig kaum gleichwertiger Ersatz zu finden. "Das ist ein herber Schlag für die Deutsche Bank, insbesondere mit Blick auf die verabschiedete Umstrukturierung", sagte Dirk Bartsch, Finanzanalyst bei der Fondsgesellschaft Deutscher Investment Trust (DIT). Anfang Dezember hatte die Deutsche Bank angekündigt, ihre bisherigen fünf Unternehmensbereiche ab Februar 2001 zu den zwei Bereichen "Unternehmen und Institutionelle Kunden" sowie "Vermögensverwaltung und Privatkunden" zusammenzufassen. Als nahezu sicher galt, dass Mitchell und sein Vorstandskollege Michael Philipp an die Spitze der zwei Bereiche rücken würden.

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Es stellt sich jetzt die Frage, ob die Position Ackermanns im Vorstand geschwächt wird, da seine Strategie klar auf Mitchell und Philipp zugeschnitten war", sagte Bartsch. Ein anderer Analyst erwartet, dass es in den Handelsräumen der Deutschen Bank in den nächsten Wochen Unruhe geben wird. "Mitchell galt als Guru und Integrationsfigur bei den Händlern. Jetzt ist es für Wettbewerber leichter, Personal abzuwerben", sagte der Analyst. Unter der Leitung Mitchells wurde der Bereich Global Markets zu einem der erfolgreichsten und profitabelsten Unternehmensbereiche ausgebaut. Vor allem im Handel mit Schuldtiteln, Derivaten und Devisen war die Deutsche Bank unter Mitchells Führung erfolgreich.

Viele Analysten halten es für möglich, dass der 1995 gemeinsam mit Mitchell von Merrill Lynch zur Deutschen Bank gewechselte Philipp an dessen Stelle das globale Investment-Banking übernehmen wird. Steffen Burat, Fondsmanager bei Helaba Invest, rechnet nicht mit nachhaltigen Problemen bei der Deutschen Bank. "Mitchells Tod ist tragisch für das Unternehmen und seine Kollegen. Die Strategie der Bank wird der Verlust aber nicht belasten."

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