Analysten: Preisdruck wirkt sich auch auf gesunde ausländische Märkte aus
Schwache Prognosen bei Glasfaserherstellern

Die weltweit führenden Glasfaserunternehmen JDS Uniphase und Corning werden in den nächsten Monaten voraussichtlich weiterhin rückläufige Ergebnisse verzeichnen.

Reutes Ottawa/Chicago. Die weltweit führenden Glasfaserunternehmen JDS Uniphase und Corning werden in den nächsten Monaten voraussichtlich weiterhin rückläufige Ergebnisse verzeichnen. Der weltgrößte Anbieter von Glasfaserkomponenten, JDS Uniphase, gab am Donnerstag nach Börsenschluss eine Umsatzwarnung für das laufende Quartal aus und prognostizierte für das Folgequartal einen Umsatz, der deutlich unter den Erwartungen der Analysten blieb. Für den weltgrößten Hersteller von Glasfaserkabeln, Corning, erwartet die Investmentbank Merrill Lynch deutlich niedrigere Umsätze in den nächsten Quartalen. Merrill Lynch senkte ihr mittelfristiges Rating für Corning auf "neutral" von vorher "akkumulieren". Die Aktienkurse beider Unternehmen gerieten deutlich unter Druck.

JDS Uniphase teilte mit, wegen anhaltend schwacher Ausgaben der Telekom-Konzerne seine Umsatzprognose für das laufende vierte Quartal (per Ende Juni) auf 600 Millionen Dollar zu senken. Bislang hatte das Unternehmen 700 Millionen Dollar erwartet. Das Ergebnis ohne Einmalbelastungen und Firmenwertabschreibungen (Goodwill) werde negativ ausfallen. Der Verlust je Aktie werde voraussichtlich zwischen sechs und acht Cents betragen, hieß es. Aktienhändler hatten durchschnittlich mit einem Gewinn (ohne Goodwill) je Aktie von fünf Cents sowie einem Umsatz von 690 Millionen Dollar gerechnet.

Analysten nicht überrascht



JDS werde im vierten Quartal Abschreibungen auf Vorräte zwischen 225 und 250 Millionen Dollar vornehmen. Ohne diese Abschreibungen hätte das Unternehmen voraussichtlich einen Gewinn ausweisen können, hieß es. Für das kommende erste Quartal prognostizierte JDS einen Umsatz von 450 Millionen Dollar. Analysten zeigten sich über den Rückgang im laufenden Quartal nicht sonderlich überrascht. Damit hätten die meisten wohl gerechnet, sagte Robertson-Stephens-Analyst Arun Veerappan. "Aber dass die Prognose für das erste Quartal bei mageren 450 Millionen Dollar liegt, das hatte wohl keiner erwartet", hieß es. Bei diesem Umsatz müsse JDS seine Ausgaben um zehn bis 15 Millionen Dollar pro Quartal kürzen, fügte der Analyst hinzu. Zu den ersten Maßnahmen dürften seiner Einschätzung nach das Schließen von Produktionsstätten sowie ein Stellenabbau gehören.

Die Herabstufung von Corning begründete die Investmentbank Merrill Lynch mit mittelfristig schlechten Aussichten. "Anhand unserer jüngsten Studien gehen wir davon aus, dass die Ergebnisse in Cornings bedeutendem Glasfasergeschäft über die nächsten Quartale hinweg sogar unter unseren niedrigsten Schätzungen bleiben werden", begründete Merrill-Lynch-Analyst Steven Fox die Herunterstufung der Aktien. Er gehe davon aus, dass sich der enorme Preisdruck auch auf die derzeit noch gesunden Märkte in Asien ausbreiten werde. Das Glasfasergeschäft trägt seinen Berechnungen zufolge bis zu einem Viertel zum Umsatz von Corning bei.

Corning hatte in der vergangenen Woche den Bau einer neuen Glasfaserfabrik in Oklahoma um zwölf bis 18 Monate verschoben. Produktionsausweitung und Investitionen sollten im Einklang mit der Marktsituation erfolgen, hieß es seitens des Unternehmens. Aus demselben Grund verschob Corning auch die Erweiterung einer Fabrik in North Carolina. Marktexperten gehen davon aus, dass diese Verzögerungen das globale Wachstum in der Glasfaserproduktion beeinflussen werden. An den deutschen Handelsplätzen gaben JDS Uniphase - und Corning-Titel am Freitag deutlich nach. In Frankfurt gehandelte JDS-Aktien verloren fast 15 Prozent auf 13,95 Euro, nachdem sie bereits im nachbörslichen Instinet-Handel in New York auf ein neues 52-Wochen-Tief von 12,05 Dollar gefallen waren. Corning-Papiere verloren in Frankfurt knapp sechs Prozent auf 18 Euro, nachdem die Aktien am Donnerstag den regulären Handel an der New York Stock Exchange mit einem Minus von 7,8 Prozent bei 16 Dollar beendet hatten.

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