Analysten raten amerikanischen Investoren zu Auslandsinvestments
Chipwerte dürften die US-Börsen belasten

An der Wall Street rechnet man zur Wochenmitte mit einem schwächeren Handelsauftakt. Die Blue Chips geben weiter ab, und auch die Nasdaq scheint nach drei Tagen mit teilweise ansehnlichen Kursgewinnen eine Auszeit zu nehmen. Die Futures auf den marktbreiten S&P 500 notieren mit 2,4 Punkten im Minus.

Am Dienstag hatten die US-Börsen uneinheitlich geschlossen. Während der Dow nach einer beeindruckenden 2-Tages-Rally oder 1,5 % abgegeben hatte und bei einem Stand von 10433 Punkten aus dem Handel gegangen war, hatte sich die Nasdaq erneut verbessert, allerdings um bescheidene 7 Zähler.

Nicht nur positive Unternehmensnachrichten hatten den Markt zuletzt gestützt, sondern auch die Kommentare zahlreicher Analysten, die sich optimistisch über Konjunktur und Märkte äußerten. So setzte Salomon Smith Barney angesichts guter Fundamentaldaten das Kursziel für den Dow Jones auf 11.400 Punkte herauf, das ist 8 % über dem aktuellen Stand. Für den marktbreiten S&P 500 sieht er ein Aufwärtspotential von 13 bis 17 %.

Allerdings gab es auch vorsichtige Stimmen,und die bleiben auch am Mittwoch nicht aus: Nach Morgan Stanley rät nun auch Merrill Lynch den US-Investoren, vermehrt im Ausland zu investieren. Im globalen Musterportfolio wird erstmals seit April letzten Jahres die Gewichtung verschoben. Während Euroland bei "untergewichten" bleibt, senkt man den US-Aktienmarkt und England auf "neutral" ab. Die Favoriten der Analysten sind Japan und die Emerging Markets. Beide Regionen werden auf "übergewichten" aufgestuft.

Schwäche dürfte sich im Mittwochshandel durch den Chipsektor ziehen, der in den vergangenen drei Tagen stark zulegen konnte. Die Analysten von JP Morgan senken die Ertrags- und Umsatzprognosen für den Speicherchip-Riesen EMC sowie für McData und Inrange Technologies. Eine Ertragswarnung von McData hatte am späten Dienstagabend gezeigt, wie unberechenbar Investitionen in Speichertechnologie zur Zeit sind. Aktien von EMC verlieren vor der Glocke 4,3 %, Inrange Technologies gibt 14 %, McData 24 % ab.

Eine Ausnahme scheint der Branchenführer Intel zu sein. Einen Tag vor der Quartalszwischenbilanz geht Merrill Lynch davon aus, dass das Management die Umsatzprognose von ursprünglich 6,4 bis 7 Milliarden Dollar auf 6,7 bis 7 Milliarden Dollar nach oben einengen wird. "Intel hat sich für das laufende Quartal sehr konservative Ziele gesteckt", so der Analyst Joe Osha. Das Auftragsvolumen habe schon zu Quartalsbeginn auf einen höheren Umsatz gedeutet. Die Kollegen bei Morgan Stanley sehen die Lage ähnlich positiv, sie stuften die Aktie erst am Dienstag auf "aggressiv kaufen". Intel verbessert sich vorbörslich um 0,5 %.

Zu den frühen Verlieren gehört die Aktie des Online-Buchhändlers Amazon . Finanzvorstand Warren Jenson hat nach drei Jahren seinen Abschied angekündigt. Kritiker vermuten, dass sich der Finanzchef einen guten Abgang verschaffen will. Für den Onlinehändler werde es schwierig, die starken Ergebnisse im vierten Quartal 2001 zu wiederholen. Papiere von Amazon verlieren am frühen Morgen 5,5 %.

Biotech notiert vorbörslich stark

Ebenfalls auf der Verliererseite notieren am Morgen die Papiere von Hewlett-Packard . Offensichtlich sind Anleger über eine mögliche Fusion der Drucker-Herstellers mit dem Computerbauer Compaq nicht ausnahmslos glücklich. Die Anlegervertretung ISS, die 23 % der institutionellen Investoren bei HP vertritt, hat ihren Klienten am Dienstagabend empfohlen, für einen Merger zu stimmen. Die Wahrscheinlichkeit für eine Fusion steigt damit deutlich, die Analysten von Sanford Bernstein meinen, auf über 50 Prozent. Experten sind darüber weiter geteilter Meinung: Merrill Lynch stellt sich hinter die Entscheidung von ISS, die UBS Warburg ist indes weiterhin gegen den Deal. Aktien von Hewlett-Packard geben am frühen Morgen 2,4 % ab, Papiere von Compaq gewinnen 5,5 %.

Der größte Gewinner im vorbörslichen Handel kommt aus dem Biotech-Sektor. Aktien von ImClone legen erneut 20 % zu, nachdem sich das Unternehmen mit dem Pharmariesen Bristol-Myers Squibb auf die Bedingungen einer Zusammenarbeit in bezug auf das Krebsmittel Erbitux geeinigt hat. Bristol wird ImClone, wie ursprünglich vereinbart, 500 Millionen Dollar Entwicklungsgelder zahlen, das Biotech-Unternehmen erhält außerdem 39 % der Erlöse aus dem Medikament, das im Falle einer Marktzulassung durch die Prüfbehörde FDA zu einem Blockbuster werden könnte.

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