Analysten raten Portfolios zu bereinigen
Schlechte Zeiten für Chipwerte befürchtet

Wenn man den Finanzexperten Glauben schenken darf, ist die anderthalbjährige Boomphase der Aktien von Unternehmen aus der Halbleiterbranche bald vorüber.

HB FRANKFURT. Eine nachlassende Nachfrage vor allem nach Chips für den PCs und Unterhaltungselektronik werde die Gewinnmargen von Halbleiterproduzenten wie Infineon belasten. Analysten raten deshalb, bereits während der erwarteten Geschäftsbelebung im Weihnachtsgeschäft den Anteil von Chipwerten in den Aktienportfolios zu reduzieren.

"Die Halbleiterindustrie hat im zweiten Quartal ihre Spitze erreicht. Die Wachstumsraten gehen jetzt deutlich zurück", sagte Günther Hollfelder, Analyst bei der HVB. Dass sich die Abkühlung bereits im dritten Quartal deutlich bemerkbar gemacht habe, habe er in dieser Stärke nicht erwartet. "Im dritten Quartal wurden alle von der schwachen Nachfrage nach Chips im PC- und Unterhaltungselektronikbereich überrascht", sagte der Analyst und rät: "Derzeit sollte man nur sehr selektiv in Halbleiteraktien investieren."

Anders als bei den vorangegangen Zyklen sind die Investoren nach der großen Halbleiterkrise der Jahre 2001 bis 2003 extrem vorsichtig geworden und deuten bereits Rückgänge der Wachstumsraten als Signal für einen Abschwung.

In den vergangenen Tagen hatten mehrere Investmenthäuser auf die anstehende Abkühlung der Branchenkonjunktur hingewiesen und einzelne Werte aus dem Chipsektor deutlich kritischer beurteilt. Die Analysten von Goldman Sachs nahmen jüngst ihre Gewinnschätzung für Infineon für 2005 um 18 % zurück. Morgan Stanley senkte das Kursziel für die Aktien des Münchener Halbleiterproduzenten auf zwölf von 16 ?. Die Analysten reagierten damit auf zuletzt eher zurückhaltenden Äußerungen von Firmenchefs zur Entwicklung des Sektors.

Der weltgrößte Halbleiter-Hersteller Intel hatte Anfang September seine Umsatz- und Gewinnprognose für das laufende Quartal auf Grund der schwachen Nachfrage nach PC-Mikroprozessoren und Kommunikations-Chips nach unten geschraubt. Philips senkte am Freitag den Ausblick für seine Chip-Sparte. Statt eines Wachstums erwartet der niederländische Elektronik-Konzern im dritten Quartal nun einen Umsatz im Halbleiter-Bereich auf dem Niveau vom Vorquartal.

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