Analysten raten zu Gewinnmitnahmen
Linos startet mit sensationellem Ergebnis am Neuen Markt.

Kurs der neu emittierten Linos-Aktien lag zeitweise bei 73 Euro.

Reuters FRANKFURT. Mit einem spektakulären Aufschlag auf den Ausgabepreis ist die Aktie der Göttinger Linos AG am Montag am Neuen Markt der Frankfurter Wertpapierbörse gestartet. Nach einem Ausgabepreis von 27 Euro wurde das Papier am Morgen in der Spitze mit 73 Euro gehandelt. Händler bezeichneten den Börsenstart als "schlechthin sensationell". Am Montagnachmittag wurden die Aktien des Photonics-Spezialisten mit 69,90 Euro gehandelt.

Die alte Euphorie kehrt am Neuen Markt noch nicht zurück

Im Markt wird allerdings bezweifelt, dass bei den Neuemissionen die alte Euphorie Einzug halten wird. "Nur weil einige Werte zuletzt gut gelaufen sind, muss es nicht heißen, dass wie zu Hochzeiten am Neuen Markt wieder alle Neuemissionen zu Highflyern werden", sagte Marius Hoerner, Analyst bei der Lang & Schwarz Wertpapierhandel AG.

Ein erfolgreicher Börsenstart hatte sich für Linos schon im vorbörslichen Handel per Erscheinen abgezeichnet. Auf dem Niveau 59 Euro sei bei ihm das teuerste Geschäft in der Aktie abgewickelt worden, sagte Norbert Empting von der Börsenmakler Schnigge AG. Dies wäre gegenüber dem Ausgabepreis ja auch schon ein "schöner Aufschlag" gewesen. Mit einer Explosion des Kurses habe er aber auf keinen Fall gerechnet. Bei dem Wert komme einfach einiges zusammen, sagte ein Analyst. Die Stimmung am Markt sei gut, die Anleger wollten mal wieder etwas anderes sehen als Biotech und Logistik und außerdem mache das mit 1,4 Millionen Aktien recht kleine Ausgabevolumen den Markt eng.

Zeichnungsgewinne absichern

Karsten Abromeit, Analyst bei INVERA rät den Linos-Anlegern dazu, über Gewinnmitnahmen nachzudenken. Bei diesem Kurs sei die Aktie mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 60 bewertet. Dies sei auch angesichts eines angestrebten Gewinnwachstums von durchschnittlich 72 Prozent in den kommenden Jahren eine ganze Menge. Auf der sicheren Seite sei man, wenn man die stattlichen Zeichnungsgewinne durch eine limitierte Verkaufsorder nach unten hin absichere.

Derzeit schienen Neuemissionen wieder besser zulaufen, sagte Schnigge-Händler Norbert Empting. So werde die Aktie der SAP SAP-Tocher SI vorbörslich bei dicken Umsätzen mit 37,50 zu 39 Euro auch schon deutlich über der Preisfindungsspanne von 16 bis 19 Euro gehandelt. Hier "ziehe" offenbar der große Name SAP, so seine Einschätzung. Bei der Aktie der Walldorfer denke jeder Anleger sofort an immense Kursgewinne. Das scheine sich auf die Tochter zu übertragen. Ob mit den zuletzt gut gelaufenen Emissionen wie Linos, Blue C oder Electronics Line schon eine Rückkehr zu den "goldenen Zeiten" eingeleitet sei, müsse man abwarten.

Skeptisch äußerte sich dazu auch Marius Hoerner. Neuemissionen mit einer guten Story seien schon immer gut gelaufen. Diese profitierten nun weit überproportional von der guten Stimmung am Neuen Markt, sagte Hoerner. So schnell werde es aber die Zeiten nicht wieder geben, in denen alle Werte unabhängig von ihrer Qualität problemlos an die Börse gebracht werden könnten. Nichts desto trotz sei natürlich eine Aufhellung der Stimmung im Neuemissionsgeschäft zu verzeichnen, diese stehe und falle im Grunde aber mit den Aussichten am Gesamtmarkt. Diese schätze er jedoch durchaus optimistisch ein. Bis Ende des Jahres erwartet er im Nemax-50-Index für Standardwerte am Neuen Mart 7.500 Punkte. Technisch und fundamental sei derzeit eine Erholung der Kurse angesagt, so seine Einschätzung. Am Montagnachmittag notierte der Nemax-50 3,45 Prozent im Plus bei 6389,58 Punkten.

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