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Analysten reagieren skeptisch auf Streit um Kapitalerhöhung bei Karstadt-Quelle

Nach den Einsprüchen gegen die Kapitalerhöhung der Karstadt-Quelle AG rechnen Analysten trotz Skepsis und Bedenken weiterhin mit der Ausgabe neuer Aktien. Die außerordentliche Hauptversammlung hatte am Montag die vom Vorstand gewünschte Kapitalerhöhung von 500 Mill. Euro genehmigt.

dpa-afx FRANKFURT. Nach den Einsprüchen gegen die Kapitalerhöhung der Karstadt-Quelle AG rechnen Analysten trotz Skepsis und Bedenken weiterhin mit der Ausgabe neuer Aktien. Die außerordentliche Hauptversammlung hatte am Montag die vom Vorstand gewünschte Kapitalerhöhung von 500 Mill. Euro genehmigt. Da es jedoch rund ein halbes Dutzend beglaubigte Widersprüche dagegen gibt, kann die Transaktion dennoch scheitern und damit könnte auch der zuvor vereinbarte Kredit über 1,75 Mrd. Euro kippen.

"Wir gehen davon aus, dass die Widersprüche bis Freitag zurückgenommen werden", sagte Michael Punzet von der Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP). Falls dies nicht geschehe, sei "die Existenz des Konzerns in Frage gestellt". Ein anderer Analyst, der nicht namentlich genannt werden wollte, teilt diese Ansicht. "Ich kann mir zwar nur schwer vorstellen, dass wegen der Einsprüche gegen die Kapitalerhöhung die zugesagten Kredite platzen." Völlig ausschließen könne er dies aber auch nicht. Die Alternative zur Verlängerung der Kredite wäre, dass die Banken die bisherigen, unter Vorbehalt zugesagten Kredite kündigen und Karstadt-Quelle in die Insolvenz gehe.

Verkauf DER Randaktivitäten Kommt NUR Schleppend Voran - LRP

Analyst Punzet betonte, dass das Unternehmen unabhängig davon weiter vor großen Problemen stehe. Der Umsatzschwund halte an, die Ergebnisprognose für nächstes Jahr sei zurückgenommen worden. "Außerdem kommt der Verkauf der Randaktivitäten nur schleppend voran."

Nils Lesser, Analyst bei Hsbc Trinkaus & Burkhardt, kritisierte ebenfalls, dass der Restrukturierungsprozess "erschreckend langsam" vorangehe. So sei selbst die als attraktiv geltende Logistiksparte noch nicht verkauft worden. Gleiches gelte etwa für die Ketten "Runners Point" oder "Sinn Leffers", mit deren Verkauf sich das Unternehmen auf das Kerngeschäft konzentrieren wolle. Auch die Probleme der Karstadt-Warenhäuser - etwa eine zu große Vielfalt im Produktangebot - bestünden weiter.

'Querelen Wollen Kein Ende Finden' - Helabatrust

Die Experten von Helaba Trust schrieben in einer Studie: "Die Querelen um den angeschlagenen Warenhauskonzern Karstadt-Quelle wollen kein Ende finden." Von der Kapitalerhöhung mache das Bankenkonsortium die Vergabe eines Kredites zur Unternehmenssanierung abhängig. So sei "weiter für Spannung gesorgt".

Auch Analyst Christian Bruns von Sal. Oppenheim zeigte sich angesichts der Widersprüche gegen die Kapitalerhöhung besorgt. Sollten sie Erfolg haben, könnte dies die Ausgabe neuer Aktien verhindern oder zumindest verzögern. "Das hat möglicherweise schlimme Folgen." Zusammen mit der Gewinnwarnung für 2005 und den Verzögerungen bei den Verkäufen ergebe dies kein allzu gutes Gesamtbild.

Analyst Lesser warnte zudem, dass durch diese Meldungen das Image des Unternehmens leiden könnte. "Die jüngsten Meldungen über den Konzern führen sicher nicht zur Stärkung des Vertrauens in das Unternehmen". Das betreffe sowohl die Kunden im bevorstehenden wichtigen Weihnachtsgeschäft, der wichtigsten Zeit des Jahres für den Einzelhandel. Aber auch die Mitarbeiter dürften verunsichert sein. Er werde sich zeigen, ob diese motiviert ins Weihnachtsgeschäft starteten. Immerhin sei ihre Zukunft auch noch ungewiss. "Das sind keine guten Vorzeichen für das Weihnachtsgeschäft".

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