Analysten: Realistische Prognosen
Vossloh will nach Einbruch wieder zulegen

Nach einem Gewinneinbruch im vergangenen Jahr will die Vossloh AG, Werdohl, 2002 wieder deutlich Fahrt aufnehmen. Analysten halten die Unternehmens-Prognosen für realistisch.

vwd DÜSSELDORF. Im ersten Quartal hatte bei dem Anbieter von Eisenbahn-, Verkehrs- und Lichttechnik allerdings wohl noch der Bremser das Sagen. Nach Einschätzung von Analysten waren in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres sämtliche Kennziffern des im MDax notierten Unternehmens rückläufig. Da die Eckdaten zum Geschäftsjahr 2001 bereits bekannt sind, dürften bei der Bilanzpressekonferenz am Mittwoch vor allem die Quartalszahlen und Aussagen über die zum Verkauf stehende Lichttechnik im Vordergrund stehen.

Nach Angaben von Vossloh stieg der Umsatz 2001 zwar auf 903,0 (854,4) Mill. Euro, doch sank das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) um 23 Prozent auf 60,0 (77,9) Mill. Euro. Der Jahresüberschuss ging sogar um 38 Prozent auf 17,2 (27,8) Mill. Euro zurück. Für 2002 rechnet das Unternehmen wieder mit einem EBIT-Plus von 23 Prozent auf 74 Mill. Euro. Der Konzernüberschuss soll um acht Mill. auf 25 Mill. Euro zunehmen, die Umsätze um 1,2 Prozent auf 915 Mill. Euro.

Diese Prognose halten die Analysten trotz des mageren ersten Quartals für realistisch. "Ich gehe davon aus, dass der Swing im dritten und vierten Quartal kommen wird", sagt Frank Laser von der Berenberg-Bank. Allerdings liegen die Schätzung bei den Ergebniskennziffern für die Monate Januar bis März weit aus einander: Während Dirk Nettling von der Deutschen Bank mit einem EBIT von 10,5 Mill. und einem Überschuss von 2,8 Mill. Euro rechnet, erwartet Frank mit 17,9 Mill. bzw 8,5 Mill. Euro deutlich höhere Gewinne.

Die Umsatzprognosen liegen dagegen mit 206 Mill. und 200 Mill. Euro dicht beieinander. Für das schwache erste Quartal macht Nettling vor allem die Lichttechnik verantwortlich, auch wenn die Sparten Eisenbahn- und Verkehrstechnik ebenfalls leichte Einbußen verbucht hätten. Ihren Tiefpunkt habe die Lichttechnik aber schon im vierten Quartal 2001 hinter sich gebracht.

Vossloh will sich bereits seit mehr als einem Jahr von dem Zweig trennen, allerdings kam ein Börsengang wegen des ungünstigen Marktumfelds nicht zu Stande. Den vor zwei Wochen angekündigten Verkauf sehen beide Experten positiv: Derzeit habe das Unternehmen eine Konglomeratsstruktur ohne Synergiepotenzial, moniert Nettling. Zudem sei die Lichttechnik nicht groß genug und würde mittel- und langfristig nur Kapital binden, fügt Laser hinzu. Wegen des geplanten Verkaufs halte er das Anlageurteil "Akkumulieren" für gerechtfertig, Nettling empfiehlt den Wert zum Kauf.

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