Analysten rechnen nicht mehr mit Kick-off im vierten Quartal
UMTS legt keinen Schnellstart hin

Aus der zur CeBIT noch für dieses Jahr in Aussicht gestellten Einführung von UMTS in Deutschland dürfte kaum etwas werden.

vwd DÜSSELDORF. Vodafone verschiebt den Marktstart des multimedialen Mobilfunks um rund ein halbes Jahr auf nächsten Frühling, und die Pläne des anderen Vorreiters sind Makulatur - Mobilcom muss nach dem Führungswechsel die gesamte Strategie überarbeiten. Analysten rechnen hier nicht mehr mit dem ursprünglich geplanten Kick-off im vierten Quartal. Ohnehin habe man die Ankündigungen, noch in diesem Jahr mit UMTS kommerziell loszulegen, von Anfang an mit Skepsis betrachtet, sagen die Experten.

Die übrigen Lizenzinhaber hatten im Gegensatz zu Vodafone und Mobilcom wohlweislich zurückhaltende Aussagen getroffen. An denen halten sie aber fest. T-Mobile, die Nummer Eins in Deutschland, will nach Testläufen im ersten Halbjahr weiterhin erst ab Mitte 2003 mit UMTS auf den Markt gehen. "Nächsten Sommer" heißt es auch beim viertgrößten Netzbetreiber O2, der vormaligen Viag Interkom, während E-Plus als Nummer Drei allgemein von der zweiten Hälfte des kommenden Jahres spricht. Der kleine Newcomer Quam, den die Branche vor dem Aus sieht, hat seine UMTS-Pläne auf Eis gelegt.

UMTS-Handys noch Mangelware

Die jetzt angekündigte Verschiebung bei Vodafone, die von der Kundenzahl her in Deutschland an zweiter Stelle Stelle steht, überrascht Insider nicht. WestLB-Analyst Frank Wellendorf etwa sagt, man sei bereits zur CeBIT im Frühjahr davon ausgegangen, dass ein wirklicher kommerzieller Start, bei dem es in jedem Shop UMTS-Endgeräte zu kaufen gebe, in diesem Jahr nicht stattfinde. Die Handys stünden derzeit, wie zu erwarten gewesen, nicht in ausreichender Zahl bereit. Dass es bei MobilCom vor diesem Hintergrund doch noch 2002 losgehen könnte, hält der Analyst für unwahrscheinlich.

Mobilcom kann keinen Starttermin nennen

Beim Büdelsdorfer Unternehmen selbst heißt es, derzeit könne man überhaupt keine Aussagen zum Starttermin treffen, da die Geschäftsstrategie nach dem Abgang des Vorstandsvorsitzenden Gerhard Schmidt revidiert werde. Ein Firmensprecher wollte allerdings auch nicht von vornherein ausschließen, dass der alte Starttermin viertes Quartal doch noch eingehalten werden könnte. Der Netzaufbau gehe jedenfalls weiter und verlaufe nach Plan. Bislang habe man über 3600 UMTS-Standorte akquiriert und 900 Basistationen gebaut. Von einem Engpass bei den Endgeräten gehe MobilCom derzeit ebenfalls nicht aus, sagte der Sprecher. Im Herbst werde man wohl mehr sagen können.

"Normale Geburtswehen einer neuen Mobilfunktechnik"

Konkurrenten, welche die Vermarktung erst nächstes Jahr planen, beurteilen die derzeitige Lage als voraussehbare und normale Geburtswehen einer neuen Mobilfunktechnik. Das sei bei der Einführung des GSM-Standards oder mit dem noch immer nicht durchgestarteten GPRS nicht anders gewesen. UMTS sei erst sinnvoll, wenn ein funktionierendes Netz mit genügend Endgeräten und sinnvollen Produkten zusammenfalle, für die auch Geld ausgegeben werde. Von daher werde die neue Technik ohnehin erst langsam in Gang kommen. Ein paar Monate früher oder später am Start - das mache angesichts von 20 Jahren Lizenzlaufzeit keinen großen Untertschied.

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