Analysten schätzen ausgesuchte Aktien aus dem Medtech- und Health Care-Bereich
Medizintechnik-Werte führen zu Unrecht ein Schattendasein

Wird über das Thema Neuer Markt schwadroniert, so stehen in erster Linie Internet- und Software-, Medien- und Biotechnologie-Werte im Blickpunkt. Der Bereich Medizintechnik und Health Care spielt in solchen Diskussionen nur selten eine Rolle.

FRANKFURT/M. Zu Unrecht, meinen viele Experten, finden sich doch unter den 12 am deutschen Wachstumssegment gelisteten Werten aus diesem Bereich etliche Unternehmen mit überdurchschnittlichen Wachstumsraten.

Zudem gelten die Aktien als weniger schwankungsanfällig - auch in Krisenzeiten. Für einen Einstieg zum gegenwärtigen Zeitpunkt spricht, dass Medizintechnikunternehmen im zweiten Halbjahr tendenziell stärker wachsen als im ersten, weil die Budgets der Kliniken meist erst dann ausgeschöpft werden.

Das bestätigen auch die Zahlen der gerade laufenden Bilanzsaison. Bis auf den Berliner Medizintechniker Rösch und den Jenaer Lasertechnik-Spezialisten Asclepion-Meditec enttäuschte bisher kein Unternehmen. Fundamental wesentlich besser sieht es hingegen bei der ebenfalls aus Berlin stammenden Eckert & Ziegler AG (EZAG) aus. Der Spezialist für schwach radioaktive Strahlenquellen meldete gestern, seine Umsatzprognose von 30 Mill. Euro für das laufende Jahr voraussichtlich übertreffen zu können. Die Zahlen für die ersten neun Monaten geben berechtigte Hoffnung. Der Umsatz wurde rein durch organisches Wachstum auf 24,7 Mill. Euro gesteigert, das Ergebnis nach Steuern auf 3,1 Mill. Euro. Besonders erfreulich hat sich der Bereich Onkologie (Laser gegen Geschwülste) mit einem Zuwachs von 70 % entwickelt. Die EZAG-Aktie legte nach den Zahlen knapp 20 % zu. Jochen Badouin und Christian Englert von der DZ-Bank, die den Wert erst seit kurzem covern, halten die Aktie weiterhin für unterbewertet.

W.O.M. kann Planzahlen erfüllen

Ähnlich positiv wie bei EZAG sieht die Situation nach neun Monaten auch bei der W.O.M. World AG aus. Das in der medizinischen Lasertechnik tätige Unternehmen, das erst seit Juni am Neuen Markt gelistet ist, hat nach eigenen Angaben genügend Aufträge in der Pipeline, um seine Planzahlen für das Gesamtjahr erfüllen zu können. Die Ebit-Marge soll dann bei etwa 6 % liegen. Die DZ-Bank wie auch die Experten von Hornblower Fischer empfehlen World zum Kauf.

Hohes Ansehen unter Analysten genießt auch die Aktie der Jenaer Biolitec AG. Und das, obwohl sie seit September bereits über 100 % an Wert zugelegt hat. Der Hersteller von Lasern, Sonden und Lichtwellenleitern erzielte zuletzt vor allem im Bereich Dentologie (Zahnheilkunde) hohe Zuwächse. Auch für laufende Geschäftsjahr (bis 30.6.) rechnen die Analysten von Sal. Oppenheim mit einem rasanten Wachstum und steigenden Gewinnen. Sie stufen die Aktie als "outperformer" ein, trauen ihr also eine bessere Entwicklung als dem Gesamtmarkt zu. Zum Kauf wird sie von deren Kollegen von Dresdner Kleinwort Wasserstein empfohlen.

Mit einem deutlichen Kursanstieg rechnen die Analysten der Landesbank Baden-Württemberg bei der Aktie des Laserherstellers Wavelight. Erst vor wenigen Tagen stuften sie diese von "Akkumulieren" auf "Kaufen" hoch. Der Grund: Der Markt wachse dynamisch, und Wavelight sei zudem international gut aufgestellt, hieß es von LBBW-Analyst Alexander Burger. Im laufenden Jahr werde die Erhöhung des Gewinns bei dem bisher schon profitablen Unternehmen im Vordergrund stehen, ist er sich sicher. Gerade erst hat das Erlanger Unternehmen für das abgelaufene Geschäftsjahr (31.7.) Umsatzzuwächse um 100 % gemeldet. Zudem wurde erst im Oktober die Medizin-Lasersparte von Rofin-Sinar übernommen.

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