Analysten sehen das Abkühlen der deutschen Konjuktur bestätigt
Industrieproduktion zum Vormonat gesunken

Reuters BERLIN. Die deutsche Industrieproduktion ist im Oktober weiter gesunken und bestätigt damit nach Ansicht von Analysten die Abkühlung der deutschen Konjunktur. Der Rückgang im Oktober betrage saisonbereinigt 0,3 % zum Vormonat nach minus 1,0 (revidiert von 1,6) Prozent im September, teilte das Bundesfinanzministerium (BMF) am Donnerstag in Berlin mit. Analysten hatten für Oktober im Durchschnitt einen leichten Anstieg von 0,2 % prognostiziert. Die Produktion läuft dem BMF zufolge weiter auf hohem Niveau, auch wenn sie sich leicht abgeschwächt hat. Der Euro reagierte kaum auf die Konjunkturdaten.

Stärker fiel den Angaben zufolge der Produktionsrückgang im Zweimonatsvergleich aus, bei dem monatliche Zufallsschwankungen geglättet werden. Im September/Oktober produzierte die Industrie demnach 0,7 % weniger als im Juli/August. Im Vergleich zu September/Oktober 1999 erhöhte sich die Produktion jedoch arbeitstäglich bereinigt um 4,6 %.

Langsameres Wirtschaftswachstum

Volkswirte sehen in den Zahlen ein weiteres Anzeichen für eine Konjunkturabschwächung in Deutschland. "Die Zahlen sind schlechter ausgefallen, als ich erwartet hatte. Das deutet weiter auf eine Verlangsamung des Wirtschaftswachstums hin", sagte Ulla Kochwasser von IBJ Deutschland. Auch Ralph Solveen von der Commerzbank ist der Ansicht, das Wirtschaftswachstum werde im letzten Quartal des Jahres relativ schwach ausfallen. "Mit den Erwartungen für das vierte Quartal müssen wir vorsichtig sein", bestätigte Hans-Jürgen Meltzer von Deutsche Bank Research. Im kommenden Jahr wird die Konjunktur nach Ansicht der Analysten aber voraussichtlich wieder anziehen. "Die Konjunktur im Euro-Land wird sich Anfang nächsten Jahres weiter robust zeigen", sagte Solveen.

Zu den einzelnen Industrie-Sektoren berichtete das Ministerium, die Produktion sei im Verarbeitenden Gewerbe von September auf Oktober um 0,5 % gesunken. Im Bauhauptgewerbe sei die Leistung zwar um 4,7 % gestiegen, dies sei jedoch statistisch überzeichnet. Im Zweimonatsvergleich profitierten die Investitionsgüterhersteller weiterhin vom guten Exportgeschäft und verzeichneten ein Produktionsplus von zwei Prozent im Vergleich zu Juli/August.

Die Oktober-Zahlen zeigen klare Unterschiede zwischen den Regionen Deutschlands. Im früheren Bundesgebiet fiel die Erzeugung im Monatsvergleich um 0,5 (nach revidiert minus 0,8) Prozent, während sie in den neuen Bundesländern um 2,2 % stieg nach einem Rückgang von revidiert 2,4 % im September.

Der Euro zeigte sich von der Veröffentlichung der Konjunkturdaten kaum beeindruckt und hielt sich deutlich über 0,89 $. Gegen 13.10 Uhr notierte die europäische Gemeinschaftswährung bei Kursen von 0,8947/49 $.

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