Analysten sehen hohe Kosten für den Betrieb der WLAN-Standorte
T-Mobile USA investiert in drahtloses Internet

Immerhin, auf einem Gebiet sind sie bereits die Nummer eins: Bei drahtlosen Internetzugängen in Cafés, Flughäfen und Hotels ist T USA-Mobile führend, und diese Position will die sechstgrößte US-Mobilfunkgesellschaft weiter ausbauen. Das kündigte Cole Brodman, der für die Entwicklung neuer Dienste zuständige Manager bei T USA-Mobile an.

BELLEVUE. In den nächsten Monaten werde die Tochter der Deutschen Telekom einige Hundert neue Zugangspunkte für schnelle Internetzugänge über die so genannte WLAN-Technik (drahtlose lokale Netze) aufbauen, um so attraktiver für Geschäftskunden zu werden. Dafür hat T-Mobile jüngst Verträge mit Einzelhändlern, darunter dem Buchhändler Borders und dem Büroservice-Anbieter Kinko?s, geschlossen. Bisher hat die US-Tochter der Telekom 2 500 solcher WLAN- Einwahlpunkte.

Auch in anderen Ländern investiert T-Mobile kräftig in diese Technik. Das Ziel: "Wir wollen weltweit die Nummer eins bei WLAN werden", sagt Rene Obermann, Chef der T-Mobile-Gruppe. WLAN ermöglicht regional begrenzt schnelle Datenübertragungen. Besitzer entsprechend ausgerüstetener Laptops können in Hotels und Restaurants, Flughäfen und Parks den Internet-Turbo nutzen.

T USA-Mobile ist ein Vorreiter auf diesem Gebiet. Doch Analysten bezweifeln, dass sich die Investitionen in WLAN auf absehbare Zeit auszahlen. Zwar kostet der Aufbau eines solchen Zugangspunktes nur einen Bruchteil dessen, was der Aufbau einer Mobilfunk-Station erfordert. "Aber der Betrieb der Standorte und die Verbindung an ein Backbone-Netz sind keinesfalls billig, das schlägt monatlich mit etwa 1000 $ zu Buche", schätzt Jason Chapman, Analyst beim Marktforscher Gartner. Wegen dieser Kosten sei auch die WLAN-Betreibergesellschaft Mobilestar in Konkurs gegangen. T USA-Mobile hat das Unternehmen übernommen. Chapman: "Es ist sinnvoll für einen Mobilfunker, WLAN neben anderen Technologien anzubieten, als eigenständiges Geschäft trägt es sich aber nicht."

Nach Ansicht von Analysten gibt es noch nicht genug Kunden. Das Marktforschungsinstitut In-Stat schätzt, dass im Durchschnitt etwa einmal pro Tag ein zahlender Kunde an jedem Standort ins Internet geht. Besonders in Cafés sei die Zahl der Zugriffe sehr niedrig, in Hotels und an Flughäfen sei sie höher, so In-Stat in einer Studie. Um mehr Kunden anzuziehen, haben T-Mobile und auch andere WLAN-Anbieter in den USA ihre Preise in den vergangenen Monaten bereits gesenkt.

Trotz allem befürworten Analysten durchaus weitere Investitionen der Unternehmen in die drahtlose Internet-Zugangstechnik. "Die Unternehmen müssen heute schon ihre Claims abstecken und sich möglichst viele attraktive Zugangspunkte sichern", sagt Chapman. Denn Einzelhändler, Flughafen- und Hotelbetreiber schließen in der Regel nur mit einem WLAN-Betreiber einen Vertrag ab. Wer zu spät kommt, bleibt daher außen vor.

Auch andere Mobilfunkbetreiber wie Vodafone, MMO2 und KPN Mobile investieren in die WLAN-Technik. Sie bezeichnen dies als Ergänzung zu dem deutlich teureren Mobilfunkstandard UMTS, der heutige mobile Internetdienste schneller und bequemer machen soll. Marktforscher sehen die Techniken zum Teil als Konkurrenz: "Eine Umsatz-Kannibalisierung von 10 bis 20 % ist unvermeidbar", heißt es bei Ovum in London.

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