Analysten sehen keinen Verstoß der Deutschen Bank
Deutsche-Bank-Boykott ist "nur eine Show"

Der angebliche Boykott der Deutschen Bank durch Fondsgesellschaften ist nach Einschätzung der Union-Investment "nur eine Show". "Die Gesellschaften, die bisher mit der Deutschen Bank zusammen gearbeitet haben, werden es wahrscheinlich auch weiter tun", sagte Rolf Drees, Pressesprecher der Union-Investment mbH-Gesellschaft am Montag.

dpa-afx FRANKFURT. Seiner Ansicht nach sei ein Boykott wahrscheinlich nur ein Vorwand für Gesellschaften, die ohnehin nicht mit der Deutschen Bank zusammenarbeiten.

Presseberichten zufolge hatten einige Fondsgesellschaften damit gedroht, die Deutsche Bank für einige Wochen von ihrer Brokerliste zu nehmen. Die Bank verkaufte vergangene Woche im Auftrag 44 Millionen T-Aktien, nachdem die eigene Research-Abteilung das Papier mit "Buy" eingestuft hatte.

Befragte Fondsgesellschaften wollten dies allerdings nicht kommentieren. Hierzu gehörten Häuser wie Adig, dit, Deka, Gerling und Invesco. Der Deutschen Bank selbst war ein angeblicher Boykott nicht bekannt: "Wir wissen von nichts", sagte Ronald Weichert, Pressesprecher der größten deutschen Bank.

Allein Union Investment wollte sich zu dem heiklen Thema äußern. "An einem Boykott gegen die Deutsche Bank ist unsere Fondsgesellschaft nicht beteiligt", sagte Drees.

Generelles Misstrauen gegenüber Research

In der Kritik an der Deutschen Bank spiegelt sich nach Einschätzung der Union Investment aber auch ein generelles Misstrauen gegen Research Abteilungen wider. Häufig werde die Unabhängigkeit in Frage gestellt.

Allerdings zeige gerade die Kauf-Empfehlung der Deutsche-Bank-Analysten, dass eine Trennung zwischen Research-Abteilung und Handel existiere. "In dem Fall, dass wirklich niemand bei der Deutschen Bank von beiden Aktionen gewusst hat, hat die Deutsche Bank erstmal nichts falsch gemacht", sagte Drees.

Der Verkauf von 44 Millionen T-Aktien durch die Deutsche Bank kurz nach der Kaufempfehlung durch die Research-Abteilung sei "wahrscheinlich nur ein Zufall" gewesen.

Analysten sehen keinen Verstoß der Deutschen Bank

Auch die Analysten von Merck, Fink & Co sehen in dem Handeln der Deutschen Bank keinen Verstoß. "Juristisch gesehen hat sich die Deutsche Bank nicht unkorrekt verhalten", sagte Analyst Konrad Becker."Ob es jedoch geschickt war, ist eine andere Frage."

Robert Halver, Analyst bei Delbrück & Co hält das Geschehene für einen Unfall."Meine persönliche Einschätzung ist, dass die Deutsche Bank nicht mehr mit juristischen Folgen rechnen muss.


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