Analysten sehen Potenzial bei Windkraft-Titeln

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Analysten sehen Potenzial bei Windkraft-Titeln

Unabhängig vom Ausgang der Bundestagswahl sagen Analysten in diesem Jahr Firmen aus dem Bereich Erneuerbare Energien eine positive Entwicklung voraus. Der positive Trend des vergangenen Jahres dürfte sich – unabhängig von den zukünftigen Regierungsparteien in Berlin – bei den am Neuen Markt gelisteten Projektierern oder Herstellern von Windkraftanlagen 2002 fortsetzen, sagten Analysten.

Reuters FRANKFURT. Auch eine CDU/FDP-Regierung werde die Förderung Erneuerbarer Energien unterstützen. Für die auf die Erzeugung von Energie aus Windkraft spezialisierten Firmen stehe 2002 vor allem eine erfolgreiche Expansion ins Ausland im Mittelpunkt, obwohl der deutsche Markt trotz seines hohen Niveaus weiterhin Wachstumschancen biete. Auch die Nachfrage nach Solarenergie und Biomasse dürfte 2002 weiter anziehen. Favoriten der Analysten sind unter anderem Energiekontor, Nordex und Farmatic.

"Für die Windkraft war 2001 ein super Jahr", sagte Henrik Lier, Analyst bei WestLB Panmure. So seien in Deutschland Windkraftanlagen mit einer Stromerzeugungskapazität von schätzungsweise 2 000 Megawatt neu installiert worden. Dieser Trend sollte sich auch in diesem Jahr fortsetzen, auch wenn die Spitze erreicht und eher eine Seitwärtsbewegung zu erwarten sei. Lier prognostizierte für 2002 neu installierte Kapazitäten zwischen 2 000 bis 2 500 Megawatt. Auch Stefan Gäde, Analyst von der Hamburgischen Landesbank, erwartet nach einem "absoluten Rekordjahr 2001" für dieses Jahr neu installierte Kapazitäten von 2 200 Megawatt. "Bis 2004 kann sich das Wachstum auf diesem Niveau halten", sagte Gäde. Sein Kollege von der Nord/LB, Frank Schwope, geht ebenfalls davon aus, dass die in Deutschland neu installierten Leistungen 2002 über dem Vorjahresniveau liegen.

Dennoch sehen die Analysten auf Dauer weiteres Wachstum für die Windparkprojektierer sowie die Hersteller von Windkraftanlagen durch eine verstärkte Expansion ins Ausland. Die Herausforderung liege 2002 darin, ob die großen Projektentwickler den Sprung ins Ausland schaffen, sagte Lier. Ausreichend Kapital sollten die Firmen angesichts von Börsengängen oder einer Erhöhung des Grundkapitals jedenfalls besitzen. Sowohl Gäde von der Hamburgischen Landesbank als auch Schwope von der Nord/LB erwarten in diesem Jahr erste nennenswerte Auslandsumsätze. Dabei könnten die am Neuen Markt gelisteten Unternehmen durchaus die ein oder andere Firma oder einzelne Projekte im Ausland zukaufen, sagte Schwope.

Auch Wachstumschancen bei Solarenergie und Biomasse

Von der sich im laufenden Jahr verschärfenden Konsolidierung sollten die börsennotierten Gesellschaften profitieren. Vor allem kleiner Betriebe dürften vom Markt verschwinden oder als Zulieferer fungieren, sagte Gäde, der für 2002 die beiden Windparkentwickler Energiekontor und P&T Technology favorisiert. Auch die Analysten Lier und Schwope rechnen mit einer guten Entwicklung bei Energiekontor. Daneben empfiehlt Lier auch die Titel des Herstellers von Windkraftanlagen Nordex.

Neben Windkraft sehen die Experten auch bei Solarenergie und Biomasse Wachstumschancen. "Die Solarbranche sehe ich sehr positiv, mit sehr viel Wachstum", sagte Gäde. "Das ist ein Bereich, wo wirklich die Post abgeht, allerdings auf einem sehr niedrigen Niveau", fügte er hinzu und verwies auf jährliche Wachstumsraten von knapp 20 %, die bis 2010 anhalten dürften. Auch bei der Energieerzeugung durch Biomasse sehen die Analysten Potenzial. Der Markt entwickle sich gerade erst, sagte Lier. Angesichts seiner dominanten Marktstellung in Deutschland dürfte der am Neuen Markt gelistete Entwickler von Biokraftwerken Farmatic von einer zunehmenden Nachfrage nach Energie aus Biomasse profitieren, fügte er hinzu.

Die Experten zeigten sich einig, dass bei einer nachhaltigen Erholung der Aktienmärkte Unternehmen aus dem Bereich Erneuerbare Energien den Gang an die Börse wagen werden. "Sollte die Börse wieder anspringen, dann werden Firmen aus dem Bereich Erneuerbare Energie mit die ersten sein", sagte Schwope von der Nord/LB.

Einen grundlegenden Richtungswechsel in der Energiepolitik erwarten die Analysten bei einem etwaigen Regierungswechsel nicht. "Das kann ich mir nicht vorstellen. Immerhin wurde die Förderung Erneuerbarer Energien noch von der Kohl-Regierung angestoßen", sagte Schwope. Auch Lier erwartet keinen grundlegenden Richtungswechsel, schloss allerdings nicht aus, dass eine CDU/FDP Regierung möglicherweise gewisse Projekte nicht mehr mit dem Nachdruck verfolgen könnte, wie dies bisher der Fall war.

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