Analysten sehen Quartalsergebnis positiv
IBM verbreitet ein wenig Hoffnung

Der weltgrößte Computerkonzern IBM ist trotz eines gesunkenen Nettogewinns im dritten Quartal für die Zukunft zuversichtlich. IBM bekräftigte die Prognosen der Analysten für das vierte Quartal und übertraf im dritten Quartal ohne die bereits verkaufte defizitäre Festplattensparte die Erwartungen der Analysten.

Reuters NEW YORK. Analysten stuften die Quartalsergebnisse des in Anspielung auf die Konzernfarbe "Big Blue" genannten Konzerns als stark ein. Der Aktienkurs stieg außerbörslich kräftig und zog weltweit die Technologiewerte mit in die Höhe.

Im vierten Quartal werde IBM die Marktprognosen wohl erfüllen, sagte Finanzchef John Joyce bei einer Analystenkonferenz. Von Thomson First Call befragte Analysten rechnen im Schnitt im vierten Quartal mit einem Gewinn je Aktie von 1,35 Dollar und einem Umsatzanstieg zum Vorquartal auf 22,09 Mrd. Dollar. Allerdings seien die Kunden vor allem mit Großaufträgen für Dienstleistungen noch zurückhaltend und das Umfeld sei schwierig, fügte Joyce hinzu.

Im dritten Quartal hätten ohne die Festplattensparte, die bis Ende des Jahres an die japanische Hitachi geht, die Kosteneinsparungen zu einem gestiegenen Gewinn je Aktie geführt, teilte der in Armonk im US-Bundesstaat New York ansässige Konzern nach Börsenschluss am Mittwoch mit. Zudem habe sich in der größten Konzernsparte Dienstleistungen der Umsatz nach mehreren Quartal mit Rückgängen wieder um zwei Prozent erhöht.

Ohne die Festplatten-Sparte lag der Gewinn bei 1,69 Mrd. Dollar oder 0,99 (Vorjahr 0,97) Dollar je Aktie, während Analysten im Schnitt nur 0,96 Dollar erwartet hatten.Der Nettogewinn im Konzern sank den Angaben nach auf 1,3 Mrd. Dollar oder 0,76 (Vorjahr 0,90) Dollar je Aktie. Der Umsatz aus dem fortgeführten Geschäft stieg leicht auf 19,82 Mrd. Dollar und lag damit knapp über den Markterwartungen. Der Erlös aus allen Geschäftsfeldern fiel dagegen um ein Prozent auf 20,3 Mrd. Dollar.

Analyst James Luke von BB&T Asset Management äußerte sich zufrieden über die IBM-Ergebnisse. "Ich bin beeindruckt, dass der Gewinn je Aktie in diesem Umfeld gestiegen ist. Anscheinend zahlen sich die Kostensenkungen und die stärkere Konzentration auf die Margen aus." Besonders der Auftragseingang in der Service-Sparte sei nach den Prognosesenkungen des Konkurrenten EDS positiv zu sehen. "Sie haben es geschafft, neue Aufträge für neun Mrd. Dollar zu sichern", sagte Fondsmanager John Rutledge von Evergreen Technology Fund. "Und damit sind wir sehr zufrieden." Die Investmentbank Merrill Lynch stufte IBM auf "Buy" hoch und nannte ein Kursziel mit 82 Dollar.

IBM-Aktien reagierten außerbörslich mit Kursgewinnen auf 70,69 Dollar von 64,90 Dollar zu Handelsschluss. Händlern zufolge hoben die guten IBM-Ergebnisse nachbörslich die Stimmung und zogen die US-Aktienfutures nach oben. Auch in Japan und Europa legten am Donnerstag besonders Technologieaktien zu.

IBM hat in diesem Jahr zur Kosteneinsparung vor allem in seiner Dienstleistungssparte weltweit rund 15 000 Stellen abgebaut. Der Konzern hatte im Sommer angekündigt, die Beratungssparte des Wirtschaftsprüfers PricewaterhouseCoopers zu übernehmen. Für IBM wird der Dienstleistungsbereich angesichts der weiter schwachen Technologie-Nachfrage zu einem immer wichtigeren Geschäftsfeld.

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