Analysten sehen Wachstumsstrategie nicht bedroht
Kamps backt kleinere Brötchen

Europas größte Bäckereikette, die Kamps AG, hat im ersten Quartal wahrscheinlich kleinere Brötchen als sonst gebacken. Marktbeobachter erwarten am Donnerstag bei der Vorlage der Zahlen für Januar bis März zwar einen deutlichen Umsatzanstieg, zugleich jedoch ein niedrigeres Ergebnis als im gleichen Vorjahreszeitraum.

ddp/vwd DÜSSELDORF. Das Düsseldorfer Unternehmen müsse seinen Anlegern verdeutlichen, dass dies nicht in erster Linie auf das operative Geschäft zurückzuführen sei und die langfristige Wachstumsstrategie dadurch nicht berührt werde, betonten Analysten. Wenn Kamps überzeugend argumentiere, könnten die Quartalszahlen auch der Aktie neuen Auftrieb gegeben. Diese verbuchte bis Dienstagnachmittag ein Plus von 4,08 % auf exakt 13 Euro. Ihren Höchststand in den vergangenen 52 Wochen hatte sie Anfang Mai mit 37,55 Euro, ihren Tiefststand kurz vor Weihnachten mit 10,25 Euro.

Kreditinstitute sehen den Umsatz für die ersten drei Monate bei 415 bis 419 Mill. Euro nach 336,9 Mill. Euro im Vorjahr. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) wird mit 16,5 bis 17 Mill. Euro nach 21,3 Mill. Euro im ersten Quartal 2000 prognostiziert. Eine Marge wie im Vorjahr werde nicht erreicht. Die Analysten weisen jedoch darauf hin, dass die Vorjahreszahlen nur "sehr bedingt" zum Vergleich taugen. Denn Kamps hatte im Jahr 2000 das niederländische Unternehmen Quality Bakers erworben. In den Vorjahreszahlen waren noch keine Daten der Holländer enthalten. Dasselbe gilt für die übernommene französische Kette "Harry's". Durch das stärkere Auslandsgeschäft werde das operative Geschäft "natürlich auch von anderen ländertypischen saisonalen Effekten" bestimmt, hieß es aus der Zentrale von Kamps.

Derzeit laufende Investitionen drücken die Ergebniswerte, schätzt Analyst Christoph Schlienkamp vom Bankhaus Lampe. Für das dritte und vierte Quartal könne jedoch ein "überdurchschnittlicher Erfolg" erwartet werden, ergänzte er. Christian Riedel von der Düsseldorfer WGZ-Bank sieht Kamps "eher als langfristiges Investment". Die Zahlen des ersten Quartals hätten für das Unternehmen jedoch große Bedeutung. Sie könnten helfen, das Vertrauen der Anleger wieder zu stärken und die Kamps-Aktie aus ihrer "derzeitigen Lethargie" zu reißen.

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