Analysten setzen auf Gold-Zack
Makleraktien hängen am Tropf der Börse

Sie leiden unter der Börsenschwäche ganz besonders - Makleraktien sind nichts für schwache Nerven. Egal, wie gut die Quartalszahlen ausfallen, wenn die Stimmung an der Börse anschließend nach unten kippt, brechen die Kurse von Baader, MWB oder Schnigge ein. Und das meist zu Recht. Denn Geschäftsbereiche wie (vorbörslicher) Aktienhandel, Neuemissionen und Vermögensverwaltung boomen nur, wenn die Kurse steigen.

DÜSSELDORF. Doch auch wenn zum Jahresende die Börse wieder hoch gehen sollte, werden Makleraktien die einstigen Kurshöhen nur schwer erreichen. Der Wettbewerb wird härter, und die Margen geraten unter Druck. Im klassischen Handelsgeschäft beispielsweise kassieren die Anbieter nur noch Courtage, wenn die Anleger ihre Order an der Präsenzbörse oder im Freiverkehr platzieren. Beim Xetra-Handel gehen Makleranbieter dagegen leer aus.

Entscheidend ist nach Meinung von Analysten, dass sich die Gesellschaften neue Geschäftsfelder suchen. Börsenmakler Schnigge verdient sehr gut an Wertpapierumsätzen und dominiert im lukrativen vorbörslichen Handel. Wer sich für Kurse im Vorfeld einer Emission interessiert, kommt an Schnigge kaum vorbei. Seit einigen Monaten bauen die Düsseldorfer nun ihr Emissionsgeschäft aus. "Das ist mit hohen Kosten verbunden", dämpft Jürgen Giese von Hauck & Aufhäuser allzu hohe Erwartungen. Erst kürzlich musste Schnigge seine Prognosen, die auf den guten Ergebnissen des ersten Halbjahres beruhten, nach unten korrigieren. Seit Juni halbierte sich der Aktienwert. Auch auf dem derzeit sehr niedrigen Kursniveau und einer Dividendenrendite von über 7 % empfiehlt Giese die Aktie angesichts des unsicheren Börsenumfeldes nicht zum Kauf. "Baader und Concord Effecten sind finanziell stärker als Schnigge, um in neue Geschäftsfelder zu stoßen. Sie finden eher eine Bank als Partner", meint Giese.

Etwas unabhängiger vom anfälligen IPO-Geschäft ist Gold-Zack. Die Gruppe entwickelt sich zu einem europäischen Investmenthaus für den Mittelstand. Als Beteiligungsgesellschaft wird das Unternehmen nach Meinung von ABN Amro von der Steuerbefreiung für Veräußerungen von Anteilen an Kapitalgesellschaften profitieren. Für 2001 werde mit einer Steuerquote von höchstens 25 % im Vergleich zu 40 % in diesem Jahr gerechnet. ABN Amro veranschlagt für die nächsten zwölf Monate ein Kursziel von 30 Euro. "Die Steuererleichterung wird zunächst dazu führen, dass die Ergebnisse zurückgehen, weil die Gewinne auf 2002 verlagert werden. Hoffentlich erkennen das alle Investoren", meint Oliver Pfluger vom Bankhaus Lampe.

Überdurchschnittlich wird sich der Gold-Zack-Kurs nach Meinung der WGZ-Bank entwickeln. Nach dem letzten Kursrückgang sei der Titel im Hinblick auf das niedrige Kurs-Gewinn-Verhältnis und auf Grund der stillen Reserven stark unterbewertet. Die neuen Inlandsaktivitäten, wie zum Beispiel das Konsortialgeschäft, und die internationalen Platzierungen würden die Ertragsbasis deutlich verbessern. Die Kollgen der SGZ-Bank halten dagegen lediglich 20 Euro für gerechtfertigt. Sie verweisen auf die nach wie vor starke Abhängigkeit vom Geschäft mit Neuemissionen.

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