Analysten setzen Kursziel herauf
Babcock-Chef liegt mit US-Investor auf einer Linie

Der neue Großaktionär Guy Wyser-Pratte rennt bei der Babcock Borsig AG anscheinend offene Türen ein. "Wir begrüßen den Einstieg", erklärte Vorstandschef Klaus Lederer dem Handelsblatt. Bei einem ersten Gespräch mit dem US-Investor habe sich gezeigt, "dass sich unsere Vorstellungen über die weitere Entwicklung des Konzerns weitgehend decken". Weitere Einzelheiten wollte Lederer zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht nennen.

HB DÜSSELDORF. Wyser-Pratte bestätigte, dass am Dienstagabend bereits ein Treffen zwischen ihm und Klaus Lederer in New York stattgefunden habe. Es sei ein "äußerst harmonisches Gespräch" gewesen, betonte der US-Investor gegenüber dem Handelsblatt. Mehr könne er momentan dazu nicht sagen.

Der Amerikaner hatte am Montag überraschend bekannt gegeben, dass er über die Börse eine Beteiligung von 5,01 % an dem Oberhausener Konzern erworben hat, der als Maschinen- und Anlagenbauer schwerpunktmäßig in der Energietechnik und im Schiffbau tätig ist. Der aggressive Investor, der über seine Firma Wyser-Pratte & Co. Inc ein Vermögen von rund 500 Mill. $ verwaltet, hatte im vergangenen Jahr mit seinem Engagement beim Düsseldorfer Rheinmetall-Konzern für Aufsehen gesorgt und den Kurs nach oben getrieben.

Auch die Aktie von Babcock Borsig legte nach dem Einstieg Wyser-Prattes zeitweilig um rund 12 % zu. Gestern schwankte der Kurs aber stark und fiel, nachdem er in der Spitze 12,80 Euro erreicht hatte, auf unter 12 Euro zurück.

Die Analysten rechnen damit, dass der neue amerikanische Großaktionär den Kurs weiter beflügeln dürfte. Aber über die Bewertung seines Engagements gehen die Meinungen auseinander.

Die Beteiligung mache für Wyser-Pratte nur Sinn, wenn er die Mehrheit im Konzern anstrebe, erklärte Eggert Kuls von der M. M. Warburg Bank, Hamburg. Dann könne er den Konzern weiter auf das U-Boot-Geschäft konzentrieren und später an einen Rüstungskonzern verkaufen. Die anderen Großaktionäre Preussag (19,7 %), WestLB (8,5 %) und das Investmenthaus Crédit Agricole Lazard (8,5 %) stünden ihm bestimmt nicht im Wege.

Das Investmenthaus Dresdner Kleinwort Wasserstein, London, bleibt bei seiner Einschätzung vom vergangenen November, als es die Aktie auf "Halten" setzte. Der Unternehmenswert könne zwar höher liegen, als es der aktuellen Börsenkurs widerspiegele, räumte Analyst Marcus Storr ein. Die Bewertung des Konzerns anhand der fundamentalen Daten bleibe aber schwierig.

Er wies darauf hin, dass der Konzern immer noch nicht die internationalen Bilanzierungsregeln IAS anwende. Außerdem sei der Konzern im Projektgeschäft tätig, was die Zuordnung und Abrechnung von Geschäften undurchsichtiger mache. Das führe zu starken Gewinnschwankungen. Dennoch bescheinigte er dem Management, dass es in den vergangenen Jahren einen guten Job gemacht habe.

Dirk Lohmann von HSBC Trinkaus & Burkhardt, Düsseldorf, ist davon überzeugt, dass die Konzerntochter HDW von dem neuen Großaktionär profitieren könne. So sei denkbar, dass der Konzern in den USA jetzt vor allem im hochprofitablen U-Boot-Geschäft anders wahrgenommen werde. Das Kursziel setzte er von zehn Euro (Dezember) auf 15 Euro herauf.

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