Analysten sind optimistisch
Infineon rechnet mit Erholung im Speichermarkt

Infineon ist zuversichtlich, im Halbleitergeschäft deutlich schneller als der Markt wachsen zu können. Bei den Speicherchips (DRAMs) gebe es erste Anzeichen für eine Preis-Erholung, sagte Vorstandschef Schumacher auf der Infineon-Hauptversammlung am Freitag. Für den Mobilfunkmarkt sind die Prognosen pessimistischer.

rtr STUTTGART. Der Halbleiterhersteller Infineon rechnet weiter mit einer Erholung des Marktes für Speicherchips im zweiten Halbjahr 2001, ist beim Ausblick für den Mobilfunkmarkt aber pessimistischer. Bei den Speicherchips (DRAMs) gebe es erste Anzeichen für eine Erholung der Preise, sagte Vorstandschef Ulrich Schumacher am Freitag auf der ersten Hauptversammlung der Siemens-Tochter in Stuttgart. Es sei aber noch nicht klar, wie nachhaltig diese Entwicklung sei. Deshalb gehe Infineon weiterhin von einer steigenden DRAM-Nachfrage in der zweiten Jahreshälfte aus. "Beim Mobilfunk sind wir etwas pessimistischer. Dort rechnen wir mit einer Erholung erst gegen Ende des Jahres", sagte er in einem Fernseh-Interview.

Am Aktienmarkt gehörten die Infineon-Aktien am Freitag mit einem Zuwachs von 2,3 % auf 42,90 Euro zu den größten Gewinnern. "Die Analysten sind sich einig, dass Infineon den Preiskampf überlebt, weil sie Qualitätsprodukte herstellen und innovativ sind", sagte ein Händler. "Ich glaube, Infineon ist derzeit gut positioniert".

Preise für Speicherchips erholen sich

Die Preise für Speicherchips, die von 9 Dollar im Sommer 2000 auf knapp über 2 Dollar gefallen waren, sind an den Spotmärkten in den letzten Wochen leicht gestiegen. Aber auch die Experten äußern sich noch vorsichtig über die Chancen für eine nachhaltige Erholung des Marktes. Die mittel- und langfristigen Wachstumsaussichten für den Halbleitermarkt seien weiter gut, sagte Schumacher am Freitag. Infineon sei zuversichtlich, hier wie in den vergangenen Jahren deutlich schneller als der Markt wachsen zu können.

Prognosen für Mobilfunk vorsichtiger

Vorsichtiger äußerte sich Schumacher zum Mobilfunkmarkt. Wegen des unerwartet schwachen Weihnachtsgeschäfts mit Mobiltelefonen im vergangenen Jahr und der anhalten Nachfrageschwäche hatten mehrere Handy-Hersteller wie Ericsson, Motorola und Alcatel ihre Prognosen für das laufende Geschäftsjahr gesenkt. Mit einer Erholung des Mobilfunkmarktes rechne er erst gegen Ende des Jahres, sagte Schumacher. Infineon ist eigenen Angaben zufolge weltweit Marktführer bei Hochfrequenz-Chips für Mobiltelefone. "Bereits heute steckt in jedem zweiten GSM-Handy ein Infineon-Chip", sagte Schumacher. Für das gerade abgelaufene zweite Quartal des Geschäftsjahres 2000/2001 rechnet Infineon mit einem weiteren Umsatz- und Gewinnrückgang in der Sparte drahtlose Kommunikation. Früheren Angaben zufolge soll der Umsatz sogar zwischen 20 und 30 % unter dem des Vorquartals liegen.

Inifineon wird sich gut behaupten

Trotz der derzeitigen Schwäche der Märkte für Speicherchips und Mobiltelefone werde sich Infineon in dem uneinheitlichen Umfeld 2001 gut behaupten, sagte Schumacher. Denn bei den Sparten drahtgebundene Kommunikation, Chipkarten und Automobilelektronik, mit denen der Konzern im abgelaufenen Geschäftsjahr 1999/2000 rund 40 % des Umsatzes erwirtschaftet habe, rechne er weiter mit einem robusten Margen- und Umsatzwachstum. "In diesen Geschäftsbereichen erwarten wir auch im zweiten Quartal eine positive Geschäftsentwicklung", sagte Schumacher.

Auf der Hauptversammlung stimmen die Aktionäre unter anderem über die erste Dividendenzahlung von Infineon in Höhe von 0,65 Euro sowie über ein umfangreiches Aktienoptionsprogramm ab. Siemens hatte einen Minderheitsanteil von Infineon im März 2000 an die Börse gebracht und hält nun noch 71 %. Mittelfristig will sich der Münchener Technologiekonzern aber vollständig aus seiner Halbleitertochter zurückziehen.

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