Analysten sind uneins - Kursverluste wahrscheinlich
Dax-Ausblick: 5 500 Punkte sind kurzfristig möglich

Eine Trendwende steht offenbar kurz bevor. Der Deutsche Aktienindex konnte in der vergangenen Woche über 200 Punkte zulegen und notierte am Donnerstag sogar auf einem Sechsmonatshoch. Analysten sind optimistisch, dass sich die Aktienmärkte weiter freundlich entwickeln werden. Am Wochenbeginn könnte es jedoch einen kurzzeitigen Kursrückgang geben, erwarten die Experten.

DÜSSELDORF. "Zwei wichtige technische Widerstandsmarken sind in der vergangenen Woche durchbrochen worden. Wir haben die 5 100-Punkte-Marke (obere Begrenzung des seit März 2000 bestehenden Abwärtstrends) und auch die 200-Tage-Linie bei 5 180 Punkten hinter uns gelassen. Das sind zwei positive technische Signale", sagt Thomas Grüner, technischer Analyst der Bankgesellschaft Berlin.

Dass der Abwärtstrend sich nachhaltig umkehrt, müsse aus technischer Sicht allerdings noch bestätigt werden. Positiv wertet Grüner, dass der Dax in der vergangenen Woche kurzzeitig über 5 350 Punkten notiert hat und damit ein neues Sechsmonatshoch markiert hat.

In der kommenden Woche erwartet der Experte, dass der Dax diese Hürde überwinden, und bis auf 5 500 Punkte steigen kann. Zu Wochenanfang sei aber auch ein kurzzeitiger Rückfall bis auf 5 100 Punkte nicht auszuschließen. Hier befände sich eine "signifikante Unterstützung, die den Index stabilisieren sollte".

Grüner empfiehlt Privatanlegern abzuwarten, ob sich die Trendwende wirklich bestätigt. Die Analysten der Bankgesellschaft haben jüngst ihre Anlagestrategie geändert und gewichten defensivere Branchen (Versorger) jetzt schwächer. Sie empfehlen den Einstieg in aggressivere Sektoren (Zykliker/Wachstumswerte). Zu den Favoriten gehören beispielsweise die Aktien der France Telekom . Hier habe es in der vergangenen Woche ein technisches Kaufsignal gegeben. Kurzfristig habe die Aktie Potenzial bis auf 38,30 ?. Bei den Dax-Werten sei die Deutsche Bank interessant. Die Analysten erwarten, dass sich die Aktie im Vergleich zu anderen Bankaktien besser entwickeln wird, weil das Unternehmen sehr gut aufgestellt sei. Bei den Nebenwerten empfehlen die Experten Celanese . Sie schätzen den Wert als stark unterbewertet ein und sehen kurzfristig Potenzial bis auf 27 ?.

Kleinanleger sollten jetzt Bares abbauen

Finanzanalyst Martin Haug von der SEB Bank erwartet ebenfalls in der kommenden Woche freundliche Aktienkurse. "Die Märkte setzen jetzt auf eine Konjunkturerholung. Das hat die Rally der vergangenen Woche gezeigt", sagt Haug. Die Erholung baue bislang allerdings ausschließlich auf Frühindikatoren. Mittelfristig sehe es auf den Aktienmärkten gut aus. "Die USA als Weltwirtschaftslokomotive sollten uns mitziehen", sagt Haug.

Kleinanlegern empfiehlt er, Bares jetzt abzubauen und vermehrt Aktien zu kaufen. Für aussichtsreich hält er die Aktie der Deutschen Bank . Sofern sich die Finanzmärkte erholen sollten, soll sich besonders das Geschäft beim Investmentbanking wieder beleben. Aus dem Pharmasektor bevorzugt er die Schering -Aktie, die er auf dem aktuellen Kursniveau noch als günstig einstuft. Schering solle auch im kommenden Jahr sehr gute Zahlen schreiben. Im MDax hält der Experte Bilfinger und Berger, Fresenius , Buderus , K+S und href="http://www.handelsblatt.com/hbiwwwangebot?fn=relhbi&sfn=buildhbi&bmc=cn_hnavi&strucid=PAGE_200007&pageid=PAGE_200023&bmc=cn_kursanzeige&isg_sf=stada&isg_ss=SAZB.ETR&sB=725184&sName=STADA-ARZNEIMITTEL%20AG%20K.OPT.SCH.%2000/26.6.2015&sCat=WNT&SH=0&depot=0" target="_blank"> Stada für kaufenswert.

SEB-Technologieexperte Thomas Köbel stuft die T-Aktie als klaren Kauf ein. Auf zwölf Monate sieht er die Aktie bei 22 ?. Köbel ist vom Geschäftsmodell der Telekom überzeugt. Zwar sei weiter die hohe Verschuldung das größte Problem für das Unternehmen, operativ mache die Telekom aber Fortschritte - insbesondere bei den Konzerntöchtern T-Mobile und T-Online.

DG Bank ist noch skeptisch

Die Analysten der DG Bank rechnen in der kommenden Woche eher mit einer Konsolidierung der jüngsten Kursgewinne als mit einem anhaltenden Aufwärtstrend. In ihrer Wochenstrategie schreibt Experte Heinz Weyershäuser: "Charttechnisch sind die Börsenampeln zwar auf Grün gesprungen. Das kurzfristige Potenzial erscheine mit dem schnellen Anstieg der vergangenen Tage aber ausgeschöpft, so dass eine Gegenbewegung in Richtung 5 150 Zähler wahrscheinlich sei. Auch aus fundamentaler Sicht drohten Rückschläge, da die positiven US-Konjunkturdaten für das vierte Quartal teilweise auf Einmaleffekte zurückzuführen seien.

Anhaltspunkte für den Konjunkturverlauf seien in der kommenden Woche von deiner ganzen Reihe neuer Konjunkturdaten in den USA zu erwarten. Daneben dürften am deutschen Markt vor allem die Berichte der beiden zyklischen Chemietitel Bayer (am Mittwoch) und BASF (am Donnerstag) auf Hinweise für eine Konjunkturbelebung abgeklopft werden.

>> Die Termine der kommenden Börsenwoche im Überblick

Die Hamburgische Landesbank schließlich bezweifelt sogar, ob die jüngsten Kursgewinne Bestand haben können: "Obgleich auch wir Anzeichen einer konjunkturellen Erholung sehen, halten wir dennoch die darauf aufbauenden Gewinnprognosen der Unternehmen für zu optimistisch und demzufolge die aktuellen Kursgewinne für übertrieben", heißt es im Wochenausblick der Analysten. Sie erwarten daher, dass es in der kommenden Woche zu Gewinnmitnahmen kommen wird und sehen den Dow Jones-Index bei 10 300 Punkten. Auch die Gewinnsteigerungen an den europäischen Börsen von teilweise 20 % seien nicht in diesem Ausmaß zu rechtfertigen. Den Dax sehen die Analysten auf Wochensicht bei 5 150 Punkten, den Stoxx 50 bei 3 550 Punkten.

Schreiben Sie dem Autor Ihre Meinung zur Lage auf dem Parkett: r.schweins@vhb.de

Strategische Anlageempfehlungen haben wir in dieser Woche von der Hessischen Landesbank zusammengestellt:

Hessische Landesbank

Unternehmen

Gewinn 2001

Gewinn 2002e

Gewinn 2003e

Empfehlung

Adidas

-Salomon
4,605,345,70Halten
Allianz7,012,413,9Halten

BASF

0,852,082,68Kaufen

Bayer

0,891,622,51Halten

BMW

2,382,662,91Halten

Commerzbank

0,170,260,94Halten
Daimler-Chrysler0,731,863,43Verkaufen

Deutsche Bank

0,274,245,58Verkaufen
Degussa1,202,532,90Kaufen
Deutsche Post1,401,451,50Halten
Deutsche Telekom-0,54-0,240,06Halten

Eon

2,264,141,47Halten

Epcos

2,281,091,59Verkaufen

FMC

2,894,164,73Halten

Henkel

3,503,313,89Kaufen

Hypo

-Vereinsbank
1,021,251,43Halten

Infineon

-0,92-0,80-0,07Halten

Lufthansa

0,110,551,17Kaufen

Linde

2,392,603,13Halten

MAN

1,051,201,75Kaufen

Metro

1,411,672,23Kaufen

MLP

0,991,311,69Kaufen
Münchener Rück.2,6510,9012,30Halten
Preussag1,762,022,58Verkaufen

RWE

2,242,342,54Halten

SAP

1,852,843,88Halten

Schering

2,112,522,90Kaufen

Siemens

0,101,412,43Halten

Thyssen

-Krupp
0,580,471,24Kaufen

VW

7,666,577,33Kaufen

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