Analysten skeptisch
Intershop legt Quartalszahlen vor

Das Softwareunternehmen Intershop hatte zu Jahresbeginn für das vierte Quartal das Erreichen der Gewinnschwelle angekündigt. Analysten sind jedoch skeptisch. Bislang arbeite Intershop nicht profitabel.

ddp/vwd HAMBURG. Die Gesamtjahresprognose der Intershop Communications AG in Hamburg steht aus Analystensicht im Mittelpunkt der für Mittwoch geplanten Vorlage der Quartalszahlen für die ersten drei Monate. Der Hersteller von Spezialsoftware hatte trotz des Einbruchs bei Gewinn und Umsatz zu Jahresbeginn für das vierte Quartal das Erreichen der Gewinnschwelle angekündigt. Wie andere Analysten auch hält Felix Ellmann von SES Research das allerdings für eine Spekulation, an deren Verwirklichung er nicht glaubt. Bislang sei bei Intershop kein Turnaround erkennbar. So wäre man einen großen Schritt weiter, wenn der Vorstand des einstigen Startup-Vorzeigeunternehmens darlegen würde, wie die Pläne in die Tat umgesetzt werden sollen, betonte Ellmann.

Intershop hatte Ende März prognostiziert, dass das gewöhnliche operative Ergebnis in den ersten drei Monaten mit minus etwa 33 Millionen Euro (65 Millionen Mark) auf dem Niveau des vierten Quartals 2000 gehalten werde. Der Umsatz werde zwischen 18 Millionen und 20 Millionen Euro liegen statt zunächst geplanter 30,2 Millionen Euro. Für das zweite Quartal wurden reduzierte operative Kosten und steigende Umsätze in Aussicht gestellt. Die Rücknahme der Prognose begründete der Vorstand mit der konjunkturellen Schwäche und den längeren Vertriebszyklen in den USA und in Asien. Das Unternehmen befinde sich in der Umsetzung des Restrukturierungsprogramms.

Aktie notiert weiterhin äußerst schwach

Ellmann rechnet damit, dass Intershop den für das Gesamtjahr prognostizierten Umsatz von 140 Millionen bis 160 Millionen Euro nicht erreichen, sondern eher rund 100 Millionen Euro ausweisen wird. Dabei sei Europa wegen des stabileren Marktes das zentrale Unternehmensthema. Die USA spielten nicht mehr die große Rolle.

Der Aktienkurs von Intershop war am Tag der Gewinnwarnung Anfang Januar im elektronischen Handel der Frankfurter Börse um über 60 Prozent auf knapp zwölf Euro eingebrochen und notierte damit so niedrig wie seit Juni 1999 nicht mehr. Gegenüber dem Rekordhoch von rund 135 Euro neuneinhalb Monate zuvor verlor das Papier gut 90 Prozent seines Börsenwertes. Doch damit war die Talfahrt noch nicht beendet: Auch dieser Kurs viertelte sich noch und erreichte am 9. April mit 2,95 Euro sein Tief. Am Montag ging das Papier mit 3,90 Euro aus dem Handel.

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