Analysten: Spielraum für Kursgewinne begrenzt
Euro legt weiter zu

Zweifel an einer baldigen Erholung der US-Wirtschaft haben am Mittwoch den Kurs des Euro gegen den Dollar auf den höchsten Stand seit zwei Wochen gehoben.

Reuters FRANKFURT. Auslöser der Kursgewinne sei weiterhin das schwache Verbrauchervertrauen in den USA sowie der Hinweis von US-Notenbankgouverneur Laurence Meyer vom Dienstagabend, dass die Fed zur Verhinderung einer weiteren Abkühlung die Zinsen falls nötig weiter senken könnte. Die japanische Währung legte zu, weil eine Herabstufung japanischer Schulden durch die internationale Ratingagentur Standard & Poors (S&P) geringer ausfiel als viele Marktteilnehmer befürchtet hatten.

Gegen 11.45 Uhr MEZ kostete ein Euro 0,8845/51 $ nach einem Vortagesschluss von 0,8832/37 $ in New York. Analysten sehen den Spielraum für weitere Kursgewinne jedoch als begrenzt an. "Heute könnte der Euro noch bis etwa 0,8870 ansteigen. Nächste Woche ist noch etwas mehr Luft nach oben bis über 0,89 $, wenn Arbeitsmarktbericht und Einkaufsmanagerindex in den USA schlecht ausfallen", sagte Michael Rottmann, Devisenanalyst bei der Hypovereinsbank in München.

Fed-Gouverneur Meyer hatte am Dienstagabend gesagt, Zurückhaltung bei der Lockerung der Geldpolitik wegen bereits niedriger Zinsen wäre eine fehlgeleitete Strategie. Möglicherweise seien auch negative reale Tagesgeldszinsen erforderlich, um eine rasche Erholung der Wirtschaft zu unterstützen. Meyer gilt normalerweise als Anhänger einer straffen Geldpolitik. "Dies bedeutet, dass der Markt viel zu eilig ein Ende der Zinssenkungen und eine deutliche Erholung eingepreist hat", sagte James Malcom von J.P. Morgan in London. Mit dieser Einschätzung stimmt auch Rottmann überein: "Der Markt hat die Wahrscheinlichkeit einer schnellen Erholung in den USA überschätzt."

"Der Markt hat Yen gekauft"

Entscheidend für den Devisenmarkt sind nach Einschätzung der Analysten nicht die Zinssenkungen selbst, sondern die wirtschaftliche Flaute in den USA, die weitere Zinssenkungen erfordern könnte. Am Dienstag hatte der unter den Erwartungen ausgefallene Vertrauensindex des Conference-Board-Instituts dem Euro zu deutlichen Gewinnen verholfen.

Die japanische Währung legte am Mittwoch gegen Euro und Dollar zu, weil S&P seine Einstufung japanischer Schulden nicht so deutlich senkte wie befürchtet. Ein Dollar kostete 123,24/31 Yen nach einem US-Schlusskurs von 123,90/00 Yen. "Der Markt hat den Yen gekauft, weil S&P nur um einen Schritt gesenkt hat und nicht um zwei oder drei, wie einige spekuliert hatten", sagte Hideaki Furumaya von Mizuho Trust&Banking. Zusätzlich legte der stellvertretende japanischen Finanzminister Haruhiko Kuroda nach Einschätzung von Analysten nahe, dass die Regierung derzeit nicht eine Schwächung des Yen durch Intervention erwäge. Kuroda verneinte am frühen Morgen die Existenz einer Zielrate für den Wechselkurs. "Es sieht jetzt weniger wahrscheinlich aus, dass sie eine Abwertung planen", sagte Tony Norfield, Chef des Devisenresearch bei ABN Amro.

S&P begründete die Herabstufung mit dem langsamen Reformfortschritt der japanischen Regierung. S&P selbst hatte bereits am Montag vor einer möglichen Herabstufung um zwei Schritte gewarnt, als auch die Ratingagentur Fitch japanische Staatsanleihen herunterstufte.

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