Analysten: Totale Fälschung
Verwirrung durch zweifelhaftes Angebot an Gold-Zack

Eine zweifelhafte Mitteilung über ein angebliches Übernahmeangebot an die Beteiligungsgesellschaft Gold-Zack hat am Freitag für Verwirrung an den Börsen gesorgt und den Aktienkurs des Unternehmens zeitweise um 86 % in die Höhe getrieben.

rtr FRANKFURT. Ein Unternehmen mit dem angeblichen Namen Deproma Sechsundzwanzigste Vermögensverwaltungs AG hatte mitgeteilt, ein Übernahmeangebot für Gold-Zack abgeben zu wollen. Gold-Zack erklärte jedoch umgehend, von einem Angebot sei nichts bekannt. Auch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BAFin) teilte auf Anfrage mit, dass derzeit keine Entscheidung für ein Übernahmeangebot an die Gold AG-Zack veröffentlicht sei, wie es nach dem Übernahmegesetz notwendig wäre. An der Börse sprang der Kurs der Gold-Zack-Aktie am Morgen bei hohen Umsätzen in die Höhe, bis zum Mittag ging er dann aber auf 0,84 ? und damit nahezu auf den Vortagesschluss von 0,80 ? zurück.

Gold Zack: lage ist noch unausgegoren

In der Mitteilung hatte es geheißen, die Deproma Sechsundzwanzigste Vermögensverwaltungs AG gehöre zur US IPC Holdings-Gesellschaft und wolle den Aktionären der Gold AG-Zack ein öffentliches Übernahmeangebot für drei Euro je Aktie machen. Die Mitteilung wurde per E-Mail mit einer Absenderadresse bei einem der jedem zugänglichen großen Internet-Portale verschickt. Eine Stellungnahme des an der US-Börse Nasdaq gelisteten Unternehmens IPC Holdings war zunächst nicht zu erhalten.

Eine Sprecherin des BAFin sagte: "Solche Entscheidungen veröffentlicht das BAFin auf seiner Website www.bafin.de im Sektor Wertpapieraufsicht". Dort sei derzeit aber kein entsprechender Eintrag vorhanden.

Ein Gold-Zack-Sprecher sagte, die Lage sei unausgegoren. "Wir haben noch keine Erkenntnisse, was da genau passiert ist", sagte er. Aus diesem Grund wollte er sich auch noch nicht zu möglichen juristischen Schritten äußern.

Der Kurs der Gold-Zack-Aktie war in Reaktion auf die Mitteilung zeitweise um 86 % nach oben geschossen. Es wurden bis zum Mittag mehr als 1,4 Mill. Aktien gehandelt. Im Handelsverlauf normalisierte sich der Kurs wieder.

Gericht: Firma dieses Namens nicht im Handelsregister

In der dubiosen Mitteilung war als Sitz der Deproma Sechsundzwanzigste Vermögensverwaltungs AG Berlin angegeben worden. Eine Firma mit diesem Namen ist nach Angaben des Amtsgerichts Berlin aber nicht im Handelsregister eingetragen. Auch ein Telefonanschluss war nicht ausfindig zu machen. In der Mitteilung war für die angebliche Gesellschaft eine Handelsregister-Nummer angegeben, die nach Angaben des Gerichts jedoch der Berliner Deproma AG zuzuordnen ist.

Die Deproma AG, nach eigenen Angaben ein Projektentwickler für Großimmobilien, teilte mit, die Firma habe weder Gold-Zack ein Übernahmeangebot unterbreitet noch gehöre das Unternehmen zu der US IPC Holdings Ltd. -Gesellschaft "Da treibt einer Schindluder mit unserer Handelsregisternummer, wir sind ein Projektentwickler für Großimmobilien und haben mit Vermögensverwaltung nichts zu tun", sagte Klaus Grabowski, der Vorstandsvorsitzende des Unternehmens. Grabowski kündigte an, er wolle die Staatsanwaltschaft einschalten.

Händler: Offensichtlich eine totale Fälschung

Händler werteten das angebliche Angebot als eine Fälschung. "Es ist nun offensichtlich, dass das eine totale Fälschung ist", sagte Ingo Nix, Aktienhändler bei UBS Private Banking Deutschland. "Das Unternehmen weiß nichts davon und die Aufsichtsbehörde auch nicht." Dass der Aktienkurs wieder zurückkomme, sei ein Zeichen dafür, dass der Markt realisiere, dass an der Mitteilung nichts dran sei. "Wer immer das gestartet hat: ich hoffe, dass er bestraft wird", sagte der Händler weiter.

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