Analysten über Höhe des Verlustes überrascht
Philips erwartet bei Halbleitern Verlust von 175 Mill. Euro

Wie das Unternehmen am Freitag mitteilte, werden die Einnahmen 20 bis 25 Prozent geringer ausfallen als im ersten Quartal. Intraday-Chart

Reuters AMSTERDAM. Der niederländische Technologiekonzern Philips Electronics NV hat für seine Chipsparte im zweiten Quartal Millionenverluste angekündigt und damit der Philips-Aktie einen deutlichen Kursrutsch beschert. Die Halbleitertochter werde voraussichtlich operative Verluste von 175 Millionen Euro als Folge geringerer Umsätze und einer zunehmenden Erosion der Halbleiterpreise verbuchen, teilte der niederländische Technologiekonzern am Freitag in Amsterdam mit. Beim Umsatz sei gegenüber dem Auftaktquartal 2001 mit einem Rückgang von 20 bis 25 Prozent zu rechnen, hieß es. Analysten halten es nun für möglich, dass Philips auch im Konzern im Quartal in die Nähe der Verlustzone geraten könnte.

An der Amsterdamer Börse brach die Aktie von Europas drittgrößtem Halbleiterproduzenten daraufhin zur Eröffnung um rund sieben Prozent ein. Auch andere Aktien des europäischen Chipsektors wie Infineon und STMicroelectronics verzeichneten Kursverluste.

Kapazitätsauslastung sinkt auf 40-50 Prozent

Noch vor weniger als zwei Monaten hatte Philips für sein zweites Quartal Umsätze auf Höhe des Auftaktquartals angekündigt. Zudem hatte der Konzern in dabei Aussicht gestellt, um etwa fünf Prozent besser abzuschneiden als der Halbleitermarkt insgesamt. Bis zum Ende des zweiten Quartals rechnet der Konzern nun damit, dass die Kapazitätsauslastung der Produktionsanlagen auf 40 bis 45 Prozent sinken werde.

Ferner hieß es, für den Transfer einer Produktionslinie werde Philips Aufwendungen von etwa 90 Millionen Euro im Quartal verbuchen. Der Konzern bekräftigte zudem, die Frage strukturell schlecht abschneidender Geschäfte, vor allem im Bereich Komponenten und Konsumelektronik, werde angegangen. Eine Entscheidung über die Zukunft des Mobiltelefongeschäfts werde gegen Ende des Monats gefällt. Philips ist Europas größter Hersteller von Konsumelektronik.

"Ich hatte einen kleinen Gewinn bei den Halbleitern erwartet, nun wird es ein großer Verlust sein", sagte Branchenanalyst Marco Schramm von der Delta Lloyd. Dies könne zu einem Verlust für den gesamten Konzern führen. Damit werde Philips, statt den Markt zu schlagen, nun deutlich schlechter abschneiden. Bereits am Vortag hatte der französische Wettbewerber STMicroelectronics aufgrund der Schwäche in einigen Märkten vor einem sinkenden Umsatz und einem Rückgang der operativen Gewinnspanne gewarnt. Am Mittwoch hatte zudem der US-Chipproduzent Texas Instruments für das zweite Quartal frühere Prognosen bekräftigt, dass der Umsatz gegenüber dem Auftaktquartal wohl um 20 Prozent fallen werde. Für einige Analysten kam daher die Gewinnwarnung für die Philips-Chipsparte nicht überraschend.

Im weiteren Handelsverlauf an der Börse in Amsterdam konnten sich Philips-Akien indes etwas von den Auftaktverlusten erholen. Bis zum späten Vormittag lagen Philips noch mit 3,89 Prozent im Minus bei 28,38 Euro. Auch andere Chipaktien in Europa büßten ein. Infineon verloren 1,76 Prozent, in Frankreich gaben STM 0,91 Prozent ab.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%