Analysten überrascht
Positiver Trend bei United Internet

Der Aktienkurs der auf Internet-Beteiligungen spezialisierten United Internet AG hat am Freitag mehr als zehn Prozent zugelegt, nachdem die Firma mit ihrem Quartalsergebnis Analystenerwartungen deutlich übertroffen hat.

Reuters MONTABAUR. Die Papiere der im Nemax-50 gelisteten Firma kletterten im frühen Handel zeitweise um 10,9 Prozent auf 6,10 Euro. Zuvor hatte die Firma aus Montabaur für das erste Quartal 2002 ein um Sonderaufwendungen bereinigtes Vorsteuerergebnis (Ebt) von 8,1 Mill. Euro nach minus 7,4 Mill. Euro im Vergleichsquartal 2001 ausgewiesen. Analysten hatten durchschnittlich einen bereinigten Gewinn vor Steuern von 4,79 Millionen Euro prognostiziert.

"Sowohl das Ebitda als auch das Ebt wurden im ersten Quartal durch Sondereffekte berührt, die das Ergebnis im Saldo mit 5,3 Millionen Euro positiv beeinflussen", teilte United Internet mit. Durch den Verkauf von Aktien des Werbevermarkters AdLink an die amerikanische DoubleClick Inc habe sich ein außerordentlicher Ertrag von 10,8 Millionen Euro ergeben. Gleichzeitig seien Restrukturierungskosten von 5,5 Millionen Euro angefallen.

Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) bezifferte United Internet mit 13,1 Mill. Euro nach 2,5 Mill. Euro im Auftaktquartal 2001. Die durchschnittlichen Analystenerwartungen lagen bei 8,51 Mill. Euro. Das bereinigte Ergebnis je Aktie entspricht den Angaben zufolge exakt den Prognosen von 0,09 Euro nach minus 0,12 Euro im Vorjahr.

Das Ebitda inklusive der Sondereffekte bezifferte United Internet mit 18,4 Mill. Euro, das Vorsteuerergebnis mit 13,4 Mill. Euro und das Ergebnis pro Aktie mit 0,24 Euro.

Der konsolidierte Umsatz stieg den Angaben zufolge um rund 16 Prozent auf 70,9 Mill. Euro. Analysten hatten im Schnitt einen Umsatz von 71,84 Mill. Euro erwartet.

analysten bewerten Quartalszahlen postitiv

DZ-Bank-Analyst Rainer Raschdorf äußerte sich positiv zu den Zahlen, wies jedoch auch darauf hin, dass der außerordentliche Effekt in seinen Schätzungen nicht enthalten war. "Die Restrukturierungs- und Kostensenkungsmaßnahmen aus dem Vorjahr kommen hier stärker zum Tragen als erwartet", sagte Raschdorf, der United-Internet-Aktien zum "Kauf" empfiehlt.

Ein anderer Analyst bewertete die Zahlen ebenfalls positiv, verwies jedoch darauf, dass die vorangegangenen Quartalsergebnisse von hohen Firmenwert-Abschreibungen belastet gewesen seien, die entsprechend der seit 1. Januar 2002 geltenden neuen Bilanzierungsrichtlinien nicht mehr anfielen. "Der positive Trend war eigentlich schon seit dem dritten Quartal 2001 absehbar", sagte er.

Konzentration auf profitable Kerngesellschaften

United Internet hatte sich 2001 von den meisten seiner Beteiligungen getrennt und fokussiert sich mittlerweile auf die drei Gesellschaften 1&1, twenty4help und GMX, bei denen die Firma aus Montabaur jeweils Mehrheitseigner ist.

Im März hatte United Internet angekündigt, nach einem negativen Nettoergebnis 2001 das laufende Geschäftsjahr wieder mit einem Gewinn abschließen zu wollen. Der Umsatz werde voraussichtlich um 31 Prozent auf 302 Millionen Euro steigen. Das Ebitda solle auf 46 (Vorjahr: 23,8) Millionen Euro verbessert werden, und das Vorsteuerergebnis auf 22 (minus 42,6) Millionen Euro. Die Schulden sollten im ersten Halbjahr auf rund 13,2 Millionen Euro von 86,1 Millionen Euro Ende 2001 abgebaut werden, sagte Finanzvorstand Norbert Lang damals.

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