Analysten überrascht von gutem Quartalsergebnis
Ebay kauft Bezahldienst Paypal

Für 1,5 Mrd. Dollar will das Internet-Auktionshaus Ebay den Bezahldienst Paypal kaufen. Der beliebte Dienst soll so stärker integriert werden. Ebay wird auf den eigenen Bezahldienst Billpoint langfristig verzichten.

NEW YORK. Das weltgrößte Internet-Auktionshaus Ebay Inc. will den Anbieter von Online-Zahlungssystemen Paypal im Rahmen eines Aktientausches für 1,5 Mrd. $ übernehmen. Ebay kauft damit ein Unternehmen, das schon jetzt drei Fünftel seines Umsatzes mit dem Auktionshaus erwirtschaftet. Paypal wickelt für Ebay den Zahlungsverkehr ab, wenn Kunden etwas auf der Web-Seite ersteigern.

Paypal ist die erste größere Expansion von Ebay in das Servicegeschäft. Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen vor allem Auktionsanbieter gekauft, um intern zu wachsen.

Den Aktionären von Paypal, dessen Sitz im kalifornischen Mountain View liegt, bietet das Auktionshaus 0,39 Ebay-Aktien je Paypal-Papier an. Damit bewertet das Auktionshaus die Paypal-Aktie mit 23,61 $ - das ist ein Aufschlag von 18 % auf den Schlusskurs von 20 $ an der Technologiebörse Nasdaq vom vergangenen Freitag. Meg Whitman, die Vorstandsvorsitzende von Ebay, bezeichnete die Übernahme als strategisch: "Wir ergänzen uns ideal, da wir beide dafür sorgen, dass Menschen im Internet kaufen und verkaufen können", kommentierte sie die Übernahme. "Wenn wir Paypal besitzen, können wir das System noch besser integrieren. Das wird von Vorteil für Käufer und Verkäufer sein."

Die Übernahme soll aber auch den Gewinnanteil an jeder Transaktion erhöhen, den Ebay selbst einstreicht. Denn Paypal sorgt dafür, dass Internet-Nutzer per E-Mail Geld versenden können, um für die ersteigerten Produkte zu bezahlen. Das Unternehmen stellt sicher, dass das Geld auf dem Konto des Verkäufers ankommt, und nimmt dafür eine Gebühr, die sich nach der Höhe der Überweisung richtet. Nach eigenen Angaben hat Paypal im vergangenen Jahr Zahlungen in Höhe von insgesamt 1,6 Mrd. $ abgewickelt. Die Gebühren dafür gehen künftig an Ebay.

Angefangen hat das Unternehmen im Jahr 1999 mit 24 Testpersonen, ist dann sehr schnell profitabel geworden und gehört damit wie Ebay zu den wenigen Erfolgsgeschichten des Internet. Erst im Februar hatte der Dienstleister seine Aktien an die Börse gebracht. Am ersten Handelstag schoss der Kurs gegenüber dem Ausgabepreis um 55 % nach oben; seitdem hat er jedoch mehr als ein Drittel verloren.

Paypal soll nach Aussagen von Whitman auch in Zukunft noch für andere Kunden arbeiten, sich aber verstärkt auf Ebay konzentrieren. Die Übernahme durch Ebay soll bis Ende des Jahres über die Bühne gehen, wenn die Wettbewerbshüter und die Aktionäre dem Kauf zustimmen. Bis dahin will Ebay sein eigenes Zahlungssystem Billpoint langsam auslaufen lassen.

Ebay hatte zunächst auf Billpoint gesetzt, um Paypal Konkurrenz zu machen. Erst im Februar hatte Ebay 43,5 Mill. $ ausgegeben, um auch das letzte Drittel an Billpoint zu kaufen, das dem Auktionshaus noch nicht gehörten. Doch die Nutzer von Ebay zogen das Paypal vor, Billpoint erreichte nie dei Gewinnzone.

Am Montag gab Ebay auch überraschend früh sein Ergebnis für das zweite Quartal bekannt: Der Gewinn lag mit 54,3 Mill. $ doppelt so hoch wie im zweiten Quartal des vergangenen Jahres und deutlich über den Erwartungen der Analysten. Der Umsatz von 266 Mill. $ übertraf ebenfalls leicht die Erwartungen der Marktbeobachter. An der New Yorker Technologiebörse Nasdaq stieg der Aktienkurs von Paypal nach den Ankündigungen deutlich an. Die Aktie von Ebay verlor dagegen zu Handelsbeginn fast 5 %, weil die Kosten der Übernahme die Gewinne der kommenden Quartale schmälern werden.

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