Analysten und Händler halten Kursabschlag für übertrieben
Singulus-Kurs leidet nach Ankündigung niedrigerer Umsätze erneut

Kräftig Bewegung ist am Freitag in die Singulus-Aktie gekommen, nachdem der Anlagenbauer für CD- und DVD-Produktionsanlagen seine Prognosen für das laufende Jahr wegen Überkapazitäten im CD-Segment deutlich nach unten schraubte. Über 12 % hatte der Wert zur Mittagszeit eingebüßt, ehe es am Nachmittag kurzfristig wieder nach oben ging. Aus dem Handel ging das Papier jedoch mit einem Abschlag von mehr als 7 % auf 17,20 Euro.

scc FRANKFURT/M. Da das CD-Segment 48 % zum Gesamtumsatz von Singulus beitrage, erwartet das Unternehmen aus Kahl am Main für 2001 nur noch einem Umsatz von 500 Mill. DM. Roland Lacher, Vorstandsvorsitzender der Singulus AG, machte dies vor allem an einer Marktsättigung auf dem asiatischen Markt fest. Wann der im abgelaufenen Jahr erreichte Umsatz von 734 Mill. DM (1999: 346,7 Mill. DM) wieder erreicht werden kann, darauf wollte er sich nicht festlegen. "In unserer Branche können wir nur etwa sechs bis neun Monate in die Zukunft blicken", begründete er seine Zurückhaltung. Auch das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) werde unter den 182,7 Mill. DM liegen, die im Jahr 2000 erwirtschaftet wurden (1999: 87,6 Mill. DM).

Trotzdem gelte, dass der Markt für CD- und DVD-Produktionsanlagen weiter großes Wachstumspotenzial habe. Besonders die von Singulus angebotenen Replikationsanlagen für optische Speichermedien würden mit immer größerer Produktivität und zu immer niedrigeren Preisen angeboten, sagte Lacher. Deswegen rechne Singulus mit einem zunehmenden Preiswettbewerb innerhalb der Branche.

Trotz der Ebit-Marge von fast 25 % im abgelaufenen Jahr wird Singulus seinen Aktionären keine Dividende zahlen. Der Gewinn werde einbehalten und für Akquisitionen zum Aufbau eines neuen Geschäftsfeldes eingesetzt. "Hier ist aber auch noch nichts endgültig entschieden", sagte Lacher. Drei Ansprüche stelle er an das neue Geschäftsfeld: Ein technologisch hohes Produkt, eine hohe Wachstumsrate sowie eine globale Ausrichtung.

Für die Analysten von Credit Suisse First Boston fielen die Geschäftszahlen für das abgelaufene Jahr im Rahmen der Erwartungen aus. Auch die Aussichten für das laufende Jahr stellten keine Überraschungen dar, hieß es. Sie stuften die Aktie deshalb weiter mit "Kauf" ein. Ihre Kollegen von der BfG-Bank empfehlen Singulus mittelfristig zum Kauf. Sie führten dafür die in ihren Augen hervorragende Positionierung des Unternehmens auf, wodurch Singulus auch eine Konsolidierung des Marktes zu seinen Gunsten nutzen könne. Nach wie vor ist Singulus für die Analysten der BfG-Bank eines der solidesten Unternehmen am Neuen Markt. Die Bodenbildung des Kurses sahen sie bereits bei 20 Euro.

Die teilweise heftigen Abschläge beim Aktienkurs am Freitag kamen auch für einige Händler auf dem Frankfurter Börsenparkett überraschend. "Viele Anleger reagieren jetzt übernervös", hieß es von dort. Schließlich sei auf der Bilanz-Pressekonferenz am Freitag absolut nichts Neues bekannt geworden.

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