Analysten uneins
Commerzbank-Zahlen unterschiedlich bewertet

Analysten mehrerer Groß- und Investmentbanken aus dem In- und Ausland haben die vorläufigen Zahlen der Commerzbank für das Jahr 2002 am Donnerstag unterschiedlich bewertet.

Reuters FRANKFURT. Während die Experten der Deutschen Bank die Papiere der Commerzbank hochstuften, hielten die Analysten von Lehman Brothers ihre "Underweight"-Bewertung der Aktie aufrecht und nahmen zudem das Kursziel deutlich zurück. JP Morgan teilte mit, der Anstieg der Kernkapitalquote auf 7,3 (Vorjahr: 6,0) Prozent, den die Commerzbank am Vortag bekannt gegeben hatte, werde vor allem die Inhaber von Anleihen positiv stimmen. Thomas Rothäusler von Sal. Oppenheim stufte die Aktie auf "neutral" von "underperformer" hoch. Die Aktie habe ihren fairen Wert von sechs Euro fast erreicht, teilte der Analyst mit.

Die Commerzbank hatte am Mittwoch einen Vorsteuerverlust von 372 Millionen Euro für das Jahr 2002 bekannt gegeben. Gleichzeitig kündigte Vorstandschef Klaus-Peter Müller jedoch an, durch einen verschärften Sparkurs und die strategische Neuausrichtung der Bank auf den Mittelstand und gehobene Privatkunden 2003 wieder in die Gewinnzone zurückkehren zu wollen.

Die Analysten der Deutschen Bank stuften die Aktien der Commerzbank auf "Halten" von "Verkaufen" herauf. Als Grund nannten sie unter anderem die verbesserte Eigenkapitalsituation von Deutschlands drittgrößter börsennotierter Bank und den bisherigen Rückgang des Aktienkurses. Die Analysten nahmen das Kursziel ebenfalls zurück, und zwar auf 6,70 Euro von bislang 7,10 Euro. "Aus unserer Sicht erwarten wir, dass die Commerzbank 2003 im operativen Bereich weiter Verluste schreiben wird, aber wir sehen eine Erholung in 2004", hieß es in dem Kommentar. Die verbesserte Kapitalposition schaffe die Voraussetzung für weitere Restrukturierungsmaßnahmen der Commerzbank in ihren beiden defizitären Bereichen Investment Banking und Asset Management.

Die Schätzungen für den Verlust pro Commerzbank-Aktie änderten die Analysten für 2003 auf 0,28 Euro von bislang 0,10 Euro. Für 2004 gehen sie allerdings inzwischen von einem Gewinn pro Aktie von 0,73 Euro nach bislang 0,41 Euro aus.

Deutlicher fiel die Reduzierung des Kursziels für die Commerzbank-Aktie durch die Analysten von Lehman Brothers aus. Das Kursziel werde auf 6,60 Euro von bislang zehn Euro zurückgenommen, teilte die Investmentbank mit. "Der Rückgang des Buchwerts hält an, das macht es schwierig für die Aktie, einen Boden zu finden", teilte Analystin Fiona Swaffield in einer Kurzstudie mit.

Bereits zuvor hatten die Analysten von JP Morgan den Schätzwert des Verlustes pro Aktie der Commerzbank für 2003 auf 0,44 Euro von 0,13 Euro angehoben. Die Analysten teilten jedoch mit, dass die verbesserte Kapitalbasis von Anleihen-Inhabern vermutlich positiv gesehen werde.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%