Analysten uneins
Evotec erwartet 2002 Umsatzplus

Das Biotechnologieunternehmen Evotec OAI rechnet für das laufende Geschäftsjahr mit einem Umsatzplus von mehr als 30 Prozent und einem operativen Ergebnis um die Gewinnschwelle.

Reuters HAMBURG. "Ich fühle mich mit Prognosen von Analysten von 85 Millionen Euro Umsatz 2002 wohl", sagte Evotec-Chef Jörn Aldag am Montag. Das operative Ergebnis (Ebit) werde in Höhe der Gewinnschwelle liegen. "Es kann etwas unter oder über dem Break Even ausfallen", sagte Aldag. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) werde deutlich positiv ausfallen. Im kommenden Jahr rechnet die auf Dienstleistungen für die Wirkstoffforschung spezialisierte Hamburger Firma sowohl beim Ebit als auch beim Ebitda mit schwarzen Zahlen.

Aldag wies darauf hin, dass von den geschätzten 85 Millionen Euro Umsatz bereits rund 40 Prozent als Aufträge verbucht seien. Er äußerte sich optimistisch hinsichtlich des Konzeptes von Evotec, Komplettangebote zu machen, die von der ersten Identifizierung von Substanzen bis zur Bereitstellung eines fortgeschrittenen Wirkstoffes für die klinischen Studien reichen. "Der Markt dafür ist jung, aber er wächst und wird zunehmend akzeptiert", sagte Aldag.

Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2001 wies die im Nemax50 gelistete Firma einen Umsatz von 63,2 (Vorjahr: 28,3) Millionen Euro aus. Entsprechend neuer Bilanzierungsrichtlinien verschieben sich nach Angaben des Unternehmens 2,5 Millionen Euro des Umsatzes aus dem vierten Quartal 2001 in das erste Quartal 2002. Von Reuters befragte Analysten hatten für 2001 im Durchschnitt mit einem Umsatz von 67,49 Millionen Euro gerechnet. Diese Größe hatte auch Evotec als realistisch bezeichnet.

Erstmals wurde die im Jahr 2000 übernommene Oxford Asymmetry International (OAI) voll konsolidiert. Die aus der Übernahme von OAI und der Genion Forschungsgesellschaft mbH im Jahr 2001 angefallenen nicht liquiditätswirksamen Aufwendungen bezifferte Evotec mit 139,6 Millionen Euro. Der um diese Aufwendungen bereinigte operative Verlust habe sich 2001 auf 12,8 (minus 14,4) Millionen Euro verringert, teilte Evotec weiter mit.

Analysten hatten im Schnitt einen bereinigten operativen Verlust von 11,92 Millionen Euro erwartet. Der bereinigte Jahresfehlbetrag habe sich auf 8,1 Millionen Euro nach minus 12,4 Millionen Euro im Jahr 2000 verbessert. Das Ebitda bezifferte Evotec auf minus 1,0 Millionen Euro nach minus 9,5 Millionen Euro im Jahr 2000.

Im ersten Quartal 2002 erwartet Evotec den weiteren Angaben zufolge die erste so genannte Meilensteinzahlung aus der Zusammenarbeit mit Byk Gulden, der Pharmasparte von Altana. Evotec teilte weiter mit, einen Vertrag zur Identifizierung und Synthese neuer Targets (Angriffspunkte für potenzielle Wirkstoffe) mit der britischen Sireen AG abgeschlossen zu haben.

Analysten äußerten sich uneinheitlich zu den Zahlen. Klaus Niedermeier von Consors Capital begrüßte vor allem den positiven Ausblick und bleibt bei seiner Einstufung der Evotec-Aktie mit "Kaufen". Die Analysten von Merck Finck teilten mit, sie stuften das Papier weiterhin mit "Verkaufen" ein und blieben skeptisch gegenüber dem Geschäftsmodell von Evotec. Der Evotec-Kurs notierte bis zum Nachmittag in einem leichteren Gesamtmarkt mit 0,11 Prozent im Plus bei 9,00 Euro.

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