Analysten verweisen auf übertriebene Renditeaufschläge
Bei Auto-Bonds locken Einstiegskurse

Die Anleiherenditen vieler Automobilproduzenten gingen in den vergangenen Wochen auf Achterbahnfahrt. Nach Meinung von Analysten gibt es dadurch eine Reihe guter Kaufgelegenheiten - etwa bei den Bonds von General Motors. Bei anderen Emittenten droht dagegen das Risiko einer Abstufung durch die Ratingagenturen.

FRANKFURT/M. So langsam kehrt wieder Ruhe ein am Markt für Auto-Anleihen. Am Dienstag sind die Kurse der meisten Papiere gegenüber vergleichbaren Bundesanleihen wieder etwas gestiegen. Doch immer noch sind die Renditeaufschläge beträchtlich. So boten die im Februar 2005 fällige Ford-Anleihe und der zum Februar 2006 rückzahlbare Bond von General Motors (GM) knapp 370 Basispunkte mehr als eine Bundesanleihe mit entsprechender Restlaufzeit.

Vor gut zwei Wochen sah dieses Verhältnis allerdings ungleich schlechter aus. Bei dem GM-Papier konnte der Anleger stolze 424 und der Ford-Emission sogar glatte 500 Basispunkte mehr einheimsen als bei den Bundespapieren. "Die Renditeaufschläge der Auto-Bonds sind in den vergangenen Wochen auf Rekordniveau gestiegen", beobachtet denn auch Bernhard Jeggle, Analyst bei der Landesbank Baden-Württemberg. "Doch bieten die derzeitigen Niveaus eine gute Möglichkeiten zum Einstieg", sagt Jeggle.

Einer der wichtigsten Gründe für den vorüber gehenden Ausverkauf bei den Autopapieren war eine Prognose, die GM für den US-Markt veröffentlichte. Derzufolge soll die Zahl der Neuzulassungen von Pkw und kleinen Lastkraftwagen in den USA von 17 Mill. im laufenden Jahr auf 16,5 bis 16,7 Mill. im Jahr 2003 sinken. Doch mit der Bekanntgabe von über den Erwartungen der Analysten liegenden Quartalszahlen bei GM und Ford besserte sich die Stimmung unter den Anlegern wieder. "Nun besinnen sich die Investoren darauf, dass der Markt bei den Renditeaufschlägen übertrieben hat", sagt Jeggle. Hinzu komme die enge Korrelation der Auto-Anleihen mit dem Aktienmärkten. Da Konzerne wie GM und Ford große Deckungslücken bei ihren Pensionsverpflichtungen verbuchen, profitierten sie von der Erholung des Aktienmarkts.

Laut Axel Gatzen, Analyst bei der WGZ-Bank, sind für Anleger am ehesten Papiere der drei großen Emittenten GM, Ford und Daimler-Chrysler interessant. Mit Anleihen dieser Emittenten seien ansehnliche Renditen zu erzielen - im Gegensatz zu den "teuren" Papieren von Volkswagen oder Renault. Die höchsten Renditen unter den Auto-Anleihen bietet Fiat, doch die Analysten sind sich nicht sicher, ob der hoch verschuldete Konzern sein harte Restrukturierungsprogramm umsetzt. Gatzens Favoriten sind Anleihen von GM - sie bieten bei vergleichbarer Laufzeit einen um bis zu 250 Basispunkte höheren Risikoaufschlag als Papiere von Renault. "Die Chancen auf eine Einengung stehen gut, die weitere Entwicklung der Kurse bleibt aber volatil", sagt Jeggle. Eine der Voraussetzungen hierfür sei jedoch ein wenigstens moderater konjunktureller Aufschwung in den USA und Europa. Gefahr droht außerdem von einer Bonitätsverschlechterung. Zwar erwarten Analysten, dass das "BBB"-Rating der Ratingagentur S&P stabil bleibt. Doch Moody?s gibt für das "A2"-Rating von GM einen negativen Ausblick.

Für Ford sind die Analysten skeptischer. Seit kurzem beobachtet S&P die Bonitätsnote des US-Autokonzerns in Hinblick auf eine Abstufung. "In den kommenden Wochen könnte die Note um eine Stufe fallen", sagt Christophe Boulanger von Dresdner Kleinwort Wasserstein. Der Grund hierfür sei die sinkende Zahl an Neuzulassungen im Markt, unter der Fords Cash-Flow leiden würde. Dann bestehe auch die Gefahr, dass Moody?s sein A3-Rating senkt. Dies würde auf die Kurse Ford-Anleihen unter Druck bringen.

Gatzen sieht Anleihen von GM und Ford als für spekulative Anleger geeignet - Daimler-Chrysler-Papiere seien hingegen etwas für konservativ eingestellte Investoren. Aufgrund der Erfolge bei der Restrukturierung und besserer Unternehmenszahlen hätten sich die Anleihen zuletzt vergleichsweise wenig volatil entwickelt. Die am heutigen Mittwoch vorgelegten Zahlen würden wohl über den bisherigen Prognosen liegen, sagt Jeggle.

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