Analysten von RCP & Partners bewerten Dresdner-Spezialfondsgesellschaft DBI mit „sehr gut“
Immer mehr Noten für Geldverwalter

Nicht nur private, auch institutionelle Anleger suchen Orientierung bei der Auswahl ihrer Vermögensverwalter. Gerade in turbulenten Zeiten steht die Qualität des Fondsmanagers noch stärker auf dem Prüfstand. Ratings, also Werturteile, unabhängiger Agenturen sind daher gefragter denn je.

FRANKFURT/M. Am Freitag tritt die DBI mit einer Erfolgsmeldung an die Öffentlichkeit: Die Spezialfondsgesellschaft der Dresdner Bank hat von der Rating-Agentur RCP & Partners die Note "sehr gut" erhalten. Bewertet wird damit die Qualität der DBI-Firmenorganisation und die Qualität der Investmentleistung. Diese Ratings gewinnen wegen der schwierigen Börsenzeiten und auf Grund der steigenden Anforderungen der Großanleger an ihre Vermögensverwalter ("Asset Manager") immer größere Bedeutung - und zwar europaweit.

"Wir wollen zu mehr Transparenz im Asset-Management-Markt beitragen", begründet Michael Korn den Rating-Vertrag mit RCP. Der DBI-Geschäftsführungssprecher ist sich sicher, "dass andere Vermögensverwalter auf diesen Zug aufspringen werden". Hartwig Rosipal, als Geschäftsführer für den Vertrieb zuständig, nennt den Vorteil dieser Bewertung: "Wir stellen uns einem externen Check; das Ergebnis ist deshalb glaubwürdig und ein Pluspunkt im Kampf um den Kunden."

Die Note hat besondere Aussagekraft, "weil die Gesamtheit der Firmenqualität und der Investmentleistung beurteilt wird, nicht nur ein einzelnes Portfolio - genau das suchen die Institutionellen".

Konkret erhält die DBI die drittbeste Note "AA2" für die Bewertung der Firmenorganisation und eine "3" für die Investmentleistung (Notenskalen siehe Tabelle). Darüber hinaus gibt die Agentur eine Zwölfmonats-Risikoprognose ab. Sie lautet auf "neutral". Begründung: Die unmittelbaren Auswirkungen aus der Fusion mit der Asset-Management- Einheit der neuen Muttergesellschaft Allianz AG können derzeit noch nicht beurteilt werden.

Den Ratingservice gibt es nicht umsonst. Er kostet laut den DBI-Vertretern "einen deutlich sechsstelligen Euro-Betrag". Bei der jährlichen Aktualisierung wird noch einmal ein Honorar fällig. Der Prozess von der Kontraktunterzeichnung über die Analysen durch die RCP-Experten bis zur endgültigen Bewertung zieht sich über viele Monate hin.

In Europa scheint der Rating- Markt derzeit durch die in Paris ansässige Fitch-AMR dominiert, die bisher 18 Ratings veröffentlichte und jüngst die Londoner Aktivitäten von Schroders sowie die französische CDC Ixis benotete. Vor einigen Monaten erhielt als erste deutsche Investmentgesellschaft Metzler Asset Management ein Rating von Fitch-AMR. "Eine weitere Bewertung für eine deutsche Adresse ist in Vorbereitung", kündigt Alain Mera an, der die Agentur zusammen mit Antoine Briant führt.

RCP, deren Geschäftsschwerpunkt eher im asiatischen Raum liegt, verbucht mit dem DBI-Rating einen ersten Erfolg in Deutschland. Frank Wehlmann, Geschäftsführer in der Wiesbadener Dependance der internationalen Organisation, blickt nach vorn: "In Kürze stellen wir die Bewertung des institutionellen Geschäftes der skandinavischen Nordea vor; außerdem folgt bald das erste Rating einer deutschen Publikumsfondsgesellschaft."

Das bisher auf institutionelle Kunden ausgerichtete Firmenrating könnte demnach auch im Privatkundengeschäft Fuss fassen. Das hier dominierende Investmentfonds-Rating unterscheidet sich grundsätzlich vom RCP und Fitch-AMR-Ansatz: Ein Asset-Manager-Rating beurteilt die gesamte Gesellschaft, während die Fonds-Bewertung sich ausschließlich auf das einzelne Produkt bezieht. Darüber hinaus basieren sämtliche Beurteilungen der Vermögensverwalter auf umfassenden Analysen durch die Experten der jeweiligen Rating-Agentur, während viele Produktratings Ergebnis einer reinen Datenbankauswertung der historischen Anteilpreisentwicklung sind.

Nach Ansicht der Rating-Agenturen für Asset Manager stecken in deren Firmenorganisationen, dem Ablauf von Investmentprozessen und den internen Risikokontrollen Gefahrenpotentziale, die bei simplen Performancevergleichen - die ohnehin nur vergangenheitsbezogen sind - auf der Strecke bleiben. Beispiele: Controlling-Lücken, unerfahrene Teams, schlechte Orderausführung. Unter anderem diese Punkte stellen alle Rating-Agenturen auf den Prüfstand, auch wenn sich die Bewertungsschemata und Notenskalen unterscheiden.

Der Wettbewerb der Notengeber wird in Zukunft noch schärfer werden. Die im Anleihebereich etablierte Moody?s ist vor zwei Monaten in das Geschäft eingestiegen. Der Londoner Moody?s-Verantwortliche David Friesenga spricht jetzt schon von guter Resonanz auf sein Rating der Managementqualität. "Wir rechnen in Kürze mit Rating-Abschlüssen bei vier deutschen und drei bis vier Gesellschaften in Benelux sowie einer österreichischen Gesellschaft."

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%