Analysten warten auf Details zur geplanten Milliarden-Anleihe
Münchener Rück braucht Geld

Im Gegensatz zu Naturkatastrophen kann der Irak-Krieg der Münchener Rück nicht viel anhaben. Krieg ist in den meisten Versicherungssparten nicht versichert. Gespannt sind die Analysten dennoch auf Donnerstag, wenn der weltgrößte Rückversicherer seine vorläufigen Jahreszahlen veröffentlicht und einen Ausblick auf das laufende Jahr gibt.

mwb MÜNCHEN. Die Turbulenzen der deutschen Finanzbranche berühren auch die Münchener Rück. So drücken die Rekordverluste von Allianz und Hypo-Vereinsbank (HVB) auf das Ergebnis. An der HVB ist der Rückversicherungs-Riese mit gut 25 % beteiligt, an der Allianz mit noch knapp über 20 %.

Weitgehend auf positive Resonanz stieß deshalb bei den Analysten die vergangene Woche angekündigte Verringerung der gegenseitigen Beteiligungen von Münchener Rück und Allianz auf 15 %. "Die gegenseitig Abhängigkeit wird sinken. Aber auch die künftigen Gewinnaussichten werden dadurch geschmälert", stellt der Analyst der Landesbank Rheinland Pfalz, Jochen Schmitt, fest.

Für das vierte Quartal erwarten Analysten wegen der Beteiligungen sowie Wertpapierabschreibungen einen Netto-Verlust von knapp 1,3 Mrd. Euro. Der Münchener Rück macht zudem die Börsen-Baisse zu schaffen. Nur dank hoher Gewinne aus den Beteiligungsverkäufen erzielte der Konzern zuletzt noch ein Plus. Für das Gesamtjahr hatte Controlling-Vorstand Jörg Schneider schwarze Zahlen angekündigt. Nach Analystenschätzung wird unter dem Strich noch ein Überschuss von 1,8 Mrd. Euro übrig bleiben.

Die meisten Analysten trauen der Münchener Rück zu, besser alls Allianz und HVB durch die Krise der Finanzwirtschaft zu kommen, nicht zuletzt weil der Konzern auf eine Kapitalerhöhung verzichten will. "Die geplante Anleihe ist die elegantere Lösung", sagt Analyst Dirk Krieger von der NordLB. Die Analysten erwarten am Donnerstag Details über die milliardenschwere Emission. Standard & Poor?s hatte das Rating der Münchener Rück im Dezember auf AA+ gesenkt. Dieses Rating ist aber immer noch so hoch, dass kaum Auswirkungen auf die Refinanzierung zu erwarten sind.

Im laufenden Jahr rechnen die Analysten mit einer deutlichen Ergebniserhöhung. Der Rückversicherer steigerte zuletzt seine Prämien deutlich. Fast zwei Drittel der Verträge wurden neu ausgehandelt, fast jeder fünfte gekündigt. Die Aktienquote der Kapitalanlagen sank im Lauf des vergangenen Jahres von 21 % auf unter 15 %.

Von über 50 Analysten empfehlen nur wenige die Aktie zum Verkauf, darunter allerdings die Deutsche Bank und Merrill Lynch. Gestern gab der Aktienkurs um über 3 % auf unter 79 Euro nach.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%