Analysten wenig überrascht: Investoren schätzen Allianz-Kapitalerhöhung

Analysten wenig überrascht
Investoren schätzen Allianz-Kapitalerhöhung

Aus Sicht der Investoren ist die milliardenschwere Kapitalerhöhung der Allianz offensichtlich der richtige Weg gewesen, die angegriffene Kapitalbasis des Allfinanz-Konzerns zu stärken. Allianz-Aktien legten am ersten Tag - bereinigt um die Bezugsrechte für neue Anteilsscheine - deutlich zu.

Reuters FRANKFURT. Ohne Bezugsrechte notierten die alten Aktien gegen Dienstagmittag nur zwei Prozent im Minus bei 55,20 Euro. Für die Altaktien ergibt sich damit aber ein Kursanstieg von mehr als sieben Prozent, wenn der Wert des Bezugsrechts von 5,36 Euro berücksichtigt wird. Diesen Bezugsrechtskurs erhält man, wenn aus dem weniger aussagekräftigen Brutto-Kurs (5,84) noch die Dividende für die Alt-Aktien herausgerechnet wird.

Die Allianz räumt im Rahmen ihrer Kapitalerhöhung ihren Anteilseignern das Recht ein, für 15 alte Aktien sieben neue zu kaufen. Insgesamt kommen rund 117 Millionen neue Allianz-Titel auf den Markt. Der Versicherer nimmt mit dieser Kapitalerhöhung 4,4 statt der erwarteten 3,5 Mrd. Euro ein und braucht das Geld zur Stärkung seiner Kapitalbasis, nachdem wegen der Börsenschwäche 2002 beim Wertpapierportfolio Abschreibungen in Milliardenhöhe vorgenommen worden waren. Der Münchener Konzern hatte mit 1,2 Mrd. Euro für 2002 erstmals in ihrer Geschichte einen Jahresverlust ausgewiesen.

Kursgewinne spiegeln Erfolg der Kapitalerhöhung wider

Analysten zeigten sich wenig überrascht von den Kursgewinnen der Allianz. "Das war bislang eines der schwächsten Papiere im deutschen Markt - außerdem weiß jeder, dass das Indexgewicht der Allianz im Dax mit der Kapitalerhöhung steigen wird", erklärt Lorenzo Carcano, Fondsmanager bei Metzler, den Kursanstieg. Selbst Fondsmanager, die Allianz untergewichten, müssten jetzt den relativen Anteil dieser Papiere erhöhen, fügte er hinzu. "Die ganze Kapitalerhöhung ist gut gelaufen", sagte eine Händlerin. "Da versuchen offenbar einige, unbedingt in diese Aktie hereinzukommen."

Nach Angaben der Deutschen Börse werden Bezugsrechte nicht fortlaufend gehandelt. Der so genannte Einheitspreis werde jeweils gegen Mittag anhand der bis dahin eingegangenen Orders ermittelt.

Kapitalbedarf der Allianz zunächst gedeckt

Die Allianz hat ihren Kapitalbedarf für 2003 jetzt fast vollständig gedeckt und kann sich mit der ebenfalls schon Ende März angekündigten Aufnahme von Hybrid-Kapital Zeit lassen. "Für 2003 sind nach wie vor 5 Milliarden angepeilt. 2004 und auf absehbare Zeit sind dann keine weiteren Schritte vorgesehen", hatte es am Montag in Unternehmenskreisen geheißen. Hybrid-Kapital ist nachrangiges, besonders langfristiges Fremdkapital, das deshalb teilweise als Eigenkapital angerechnet wird. Der Hybrid könnte in der zweiten Jahreshälfte oder auch im ersten Halbjahr 2004 kommen und wird wahrscheinlich in der Größenordnung von 600 Millionen Euro liegen.

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