Analysten werten die Kooperation für beide Seiten als positiv
Hino und Scania vereinbaren Kooperation

Der zum Toyota-Konzern gehörende japanische Lkw-Hersteller Hino Motors und sein schwedischer Konkurrent Scania haben ein Abkommen über ihre zukünftige Zusammenarbeit unterzeichnet.

Reuters TOKIO. Wie die beiden Unternehmen am Montag in einer gemeinsamen Erklärung mitteilten, wollen Hino und Scania gemäß der Vereinbarung Lkw-Reihen vervollständigen und Kosten für umweltfreundliche Technologien aufteilen.

Unter die Zusammenarbeit falle nach derzeitigem Stand der Verkauf von Scania-Zugmaschinen unter dem Namen Hino in Japan, der Gebrauch von Hino-Motoren in einigen Scania-Fahrzeugen sowie der Austausch von Technologien zur Emissions-Kontrolle, teilten die beiden Unternehmen weiter mit. Die ersten Früchte der Kooperation seien voraussichtlich 2004 oder 2005 zu erwarten. Langfristig hoffen die beiden Unternehmen, ihre Verbindungen im Rahmen der Entwicklung von Lkw-Verkäufen in Wachstumsmärkten wie Südostasien und China auszubauen, hieß es weiter.

Der besondere Reiz an einer Zusammenarbeit sei die Tatsache gewesen, dass sich die Aktivitäten von Hino und Scania weder im Produktbereich noch in den Regionen überschneiden, sagte Hino-Chef Tadaaki Jagawa vor Journalisten. Dies sei auch für die Zukunft nicht geplant. Hino etwa sei am US-Markt interessiert, Scania nicht, fügte Jagawa hinzu. Zudem betonten beide Firmen, dass eine gegenseitige Kapitalbeteiligung nicht geplant sei. Auch steht nach den Worten von Jagawa außer Frage, dass Toyota, dem Hino zu 50 Prozent gehört, den Anteil von Volvo AB an Scania kaufen werde. "Dies würde eine enorme Geldsumme bedeuten und, meiner Ansicht nach, wäre es für Toyota schwierig in Betracht zu ziehen", sagte Jagawa. Er habe diese Thema bereits bei Toyota angesprochen, der Mutterkonzern habe aber nicht das geringste Interesse gezeigt.

Flaute beim weltweiten LKW-Absatz

Hino gilt als der stärkste der vier Lkw-Hersteller Japans. Die gesamte Branche leidet hart unter der seit rund zehn Jahren anhaltenden heimischen Nachfrageflaute. Im vergangenen Jahr schrumpften die Absätze von mittleren Lkw bis hin zu Schwerlastzügen auf rund 80.000 Fahrzeuge und damit auf weniger als halb so viel wie noch im Jahr 1990. Die Zusammenarbeit ist die zweite asiatisch-europäische Kooperation im Lkw-Geschäft, nachdem DaimlerChrysler im vergangenen Jahr seine Verbindungen zu Mitsubishi Motors ausgedehnt hatte.

Analysten sehen Vorteile für Scania

Analysten werteten die Kooperation für beide Seiten als positiv, sahen zunächst aber vor allem Vorteile für Scania. "Jegliches zusätzliche Volumen in Japan - auch wenn der Markt dort relativ weit unten ist - wäre ein großer Vorteil für Scania", sagte Richard Walles, Lkw-Analyst bei DRI WEFA in London.

Die Hino-Aktien hatten zum Handelsschluss in Tokio um 0,51 Prozent auf 389 Yen verloren. Die Scania-Papiere stiegen in Stockholm zeitweise um 1,25 Prozent auf 200 schwedische Kronen, während der Gesamtmarkt lediglich 0,36 Prozent zulegte.

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