Archiv
Analysten werten "Xetra-Best" als Strategiewechsel

Analysten haben die Xetra-Best-Plattform der Deutschen Börse AG als Strategiewechsel der Deutschen Börse gewertet.

vwd FRANKFURT. Zuvor habe die Börse stets betont, dass eine interne Verechnung des Privatorderstroms der Banken keine Alternative zur börslichen Preisfeststellung sei, hieß es. "Nun hat die Börse vor diesem Trend kapituliert", sagte ein Branchenexperte.

Jörn Kissenkötter von M.M. Warburg zeigte sich etwas positiver gestimmt. Falls der Trend zur internen Verrechnung bei den Banken nicht aufzuhalten sei, dann sei der nun eingeschlagene Weg der Deutschen Börse der richtige, sagte er. Dadurch, dass solche Geschäfte durch Xetra-Best auf Xetra verblieben, verdiene die Deutsche Börse zumindest noch an den Gebühren für die Plattformnutzung. Allerdings gebe die Deutsche Börse schon Geschäft an die Banken ab, stellte Kissenkötter klar.

Dies sah auch eine Analystin der Bankgegsellschaft Berlin so. Allerdings treffe dieses Problem nicht nur die Deutsche Börse, sondern alle Marktplätze weltweit. Auch sie wertete positiv, dass die Börse in Frankfurt mit dem neuen Modell wenigstens an den Gebühren verdiene. Insofern passe sich die Deutsche Börse an die realen Verhältnisse an. Und Anpassungsfähigkeit sei im Allgemeinen ja nichts Schlechtes.

Für die Banken sei das Xetra-Best-Angebot indes "sehr profitabel", erläuterte Kissenkötter. So rechnet der Analyst damit, dass der Branchenprimus Deutsche Bank die immer wieder kolportierten Pläne zum Aufbau einer eigenen Plattform fallen lässt und das Angebot der Deutschen Börse nutzen wird. "Es ist erheblich billiger, sich an eine Plattform anzuschließen, als selbst eine solche Infratsruktur zu entwickeln", so Kissenkötter.

Mit Blick auf das mögliche Vorziehen der Schlussauktion auf 17.30 Uhr sagte der Analyst, dadurch ändere sich nicht viel. Zwar könnten einige Institutionelle nun früher "nach Hause gehen", und die Deutsche Börse habe somit Entgegenkommen gezeigt. Allerdings sei das Kosteneinsparungspotenzial begrenzt, da das Back-Office der Banken weiterhin bis 20 Uhr zur Verfügung stehen müsse.

Insgesamt hält Kissenkötter die Diskussion zum Thema Handelszeiten für überzogen. Die Börsenbaisse habe die Debatte etwas überhitzt, betonte er. Auch die Bankgesellschaft-Analystin sah keine Ertragsauswirkungen der möglichen vorgezogenen Dax-Schlusskurse. "Das wird wenig Auswirkungen haben", sagte sie.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%