Analysten zeigen sich nicht überrascht
Dow Chemical senkt Gewinnprognose für zweites Quartal

Der zweitgrößte Chemiekonzern der USA, Dow Chemical, wird nach eigenen Angaben die eigenen Prognosen für das zweite Quartal auf Grund einer schwächer als erwarteten Nachfrage verfehlen. Dow Chemical gehe jedoch davon aus, dass das Ergebnis je Aktie für das Quartal im Rahmen der von Experten erwarteten Zahlen liegen werde, teilte das Unternehmen am Freitag mit.

Reuters NEW YORK. Der Konzern hatte zuletzt mit einem Ergebnis je Aktie zwischen 35 und 45 Cents gerechnet. Analysten erwarten nach einer Umfrage derzeit ein Ergebnis je Aktie zwischen 28 und 40 Cents, im Mittel von 33 Cents. Damit folgt der US-Konzern ähnlichen Schritten seiner Konkurrenten, BASF, Bayer und Rhodia, die unlängst ebenfalls vor sinkenden Gewinnen gewarnt hatten. Die Dow-Aktie verzeichnete an der Wall Street leichte Verluste.

Dow Chemical wird sein Geschäftszahlen für das zweite Quartal voraussichtlich am 26. Juli veröffentlichen. Die großen Chemiekonzerne hatten zuletzt stark unter der mittlerweile auch auf Europa übergehenden Konjunkturschwäche in den USA gelitten. Zu Monatsbeginn hatte beispielsweiese DuPont, der größte US-Chemiekonzern, umfangreiche Stellenstreichungen und die Schließung einiger Anlagen angekündigt. Zudem hieß es, die Geschäftsbedingungen in der zweiten Jahreshälfte würden wohl schlechter als im Vorjahreszeitraum ausfallen.

Unter den internationalen Wettbewerbern hatten angesichts weiterhin hoher Rohstoffkosten und schwacher Wachstumsaussichten für die USA und Europa unlängst bereits Bayer, BASF sowie die französische Rhodia ihre Prognosen gesenkt. Dabei hatte BASF seine Ergebnisschätzung für das laufende zweite Quartal nach unten revidiert und eine Gewinnschätzung für das Gesamtjahr 2001 nun erst nach Ablauf des zweiten Quartals in Aussicht gestellt. Bei Bayer hieß es, 2001 werde das operative Ergebnis vor Sonderposten nun nicht mehr wie geplant das Vorjahresergebnis übertreffen sondern mit etwa drei Milliarden Euro um rund 300 Millionen Euro niedriger ausfallen. Das Ergebnis im zweiten Quartal werde nun deutlich unter dem des Vorjahres liegen. Die französische Rhodia hatte ebenfalls vor sinkenden Gewinnen gewarnt, und ihren Ausblick für das laufende Quartal und das Gesamtjahr 2001 nach unten korrigiert.

Analysten hatten bereits seit geraumer Zeit auf die Probleme des Chemiesektors hingewiesen. Auf Grund eines schwachen wirtschaflichen Umfelds und einer sinkenden weltweiten Nachfrage waren die Gewinnschätzungen bei einer Reihe von Chemieaktien nach unten gesetzt worden. Für Dow Chemical senkte in der vergangenen Woche Sergei Vasnetzow, Branchenanalyst bei der US-Investmentbank Lehman Brothers die Gewinnschätzung. Die weltweite Nachfrage nach Chemikalien entwickle sich mittlerweise schwieriger als er noch vor einem Monat gedacht habe, sagte Vasnetzow.

Die Dow-Chemical-Aktie lag im Handelsverlauf an der Wall Street am Freitag um 0,35 Prozent im Minus bei 33,91 Dollar und fiel damit stärker als der Dow-Jones-Index.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%