Analystenmeinung
Alza-Übernahme wird keine Fusionswelle auslösen

Die Übernahme der Alza Corp durch Johnson & Johnson, New Brunswick, ist kein Schritt, der im Markt eine Fusionswelle auslösen wird. Diese Meinung vertraten viele Analysten, nachdem der US-Konzern am Dienstag die Übernahme endgültig bestätigte. Sie begründeten ihre Ansicht damit, dass oft die Marktstruktur und dadurch bedingte unterschiedliche Interessen einem Zusammengehen von großen Arzneimittelherstellern und kleineren, spezialisierten Unternehmen entgegenstehen.

vwd NEW YORK. "Ich glaube nicht, dass die kleineren Arzneimittelhersteller nun in Reih und Glied aufmarschieren, um sich als Übernahmekandidaten zu präsentieren," meint Dain Rauscher Wessels, Analyst bei Louis Webb. Denn die Kleinen würden ihre Unabhängigkeit nur dann aufgeben, wenn es unumgänglich sei, schätzt er die Lage ein. Zu ihrer typischen Geschäftstätigkeit gehöre nicht nur die Entwicklung eigener Medikamente, sondern auch die Herstellung von diversen Basissubstanzen wie Inhalationsmitteln, Hautpflastern, Pillen und Nasensprays.

Zwar gingen diese Produzenten oft Allianzen mit größeren Konzernen ein, da sie so preiswert Zugang zu den Vertriebskanälen bestimmter Marktsegmente erhielten. Jedoch seien diese kleineren Unternehmen in den seltensten Fällen zu einer Fusion bereit, da sie dann nicht mehr gleichzeitig mit mehreren großen Partnern Allianzen zur Entwicklung von neuen Arzneimitteln eingehen könnten. Darüber hinaus, so der Analyst, sei es für die Großen wie zum Beispiel Pfizer oder Merck nicht effizient, ganze Unternehmen zu erwerben, wenn sie lediglich an einem oder zwei Medikamenten dieser Übernahmekandidaten interessiert seien.

Sollte dennoch ein Interesse an weiteren Fusionen aufkommen, so dürften derartige Angebote eher von mittelständischen Pharmakonzernen wie zum Beispiel Abbott Laboratories oder der deutschen Sparte von Bayer ausgehen, sagt Tim Anderson, Analyst bei Prudential Vector Healthcare Group, voraus. "Für sie hätte ein Medikament, dass 200 bis 400 Mill. US-$ einspielt, Gewicht.

Pfizer oder Merck dagegen würden sich mit den für sie nicht gewinnträchtigen Unternehmensteilen nicht belasten wollen." Eine andere Analystin bestätigt diese Einschätzung. Sie glaubt, dass kleinere und mittlere Unternehmen zusammengehen werden, um sich im Wettbewerb mit den Großkonzernen mehr Gewicht zu verschaffen.

Zum Thema: Johnson & Johnson will Alza für über zwölf Mrd. Dollar kaufen

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