Analystenmeinungen
Dax könnte langsam Boden finden

Der Dax könnte in den kommenden Tagen einen Boden finden. Davon geht zumindest ein Teil der technischen Analysten aus. Dabei rechnen Martin Siegert von der Landesbank Baden-Württemberg und Holger Struck von M.M.Warburg schon bald mit einem neuen Angriff der wichtigen Marke um die 6 800 Punkte. Dietmar Rübsamen von Delbrück Asset Mangement bewertet die Zukunft des Dax dagegen differenzierter.

vwd FRANKFURT. Seiner Meinung nach kann derzeit keine klare Aussage über die kurzfristige Zukunft des Index getroffen werden. Der Dax sei Ende Januar bei 6 795 Punkten abgeprallt, also kurz unter dem wichtigen Widerstand bei 6 813 Zählern. Man müsse sich jetzt fragen, ob der Anstieg von den Tiefständen Ende 2000 der Beginn eines neuen Aufschwungs sei, oder ob jetzt eine Bärenmarkt-Rally mit Kurse unter 6 110 Punkten komme, so Rübsamen. Dabei dürfte die Wahrscheinlichkeit leicht favorisiert werden, dass ein Boden erst bei 6 110 Zählern gefunden werde. Jedoch müsse darauf geachtet werden, wie lange die Konsolidierung anhalte.

Immerhin befinde sich bei 6 539 Punkten ein klarer Gap-Support und bei 6 533 eine Fibonacci-Unterstützung. Kurse auf Schlusskursbasis über diesen Marken ließen auf ein bullishes Szenario hoffen. Sollte der Schlusskurs jedoch unter diese Zone fallen, trübe sich das Bild nachhaltig ein. Entscheident für die weitere Entwicklung dürfte nicht zuletzt die Zukunft an den Wachstumsbörsen sein, so der Analyst weiter. Dabei zeige sich bei der Nasdaq das Problem, dass die Marke von 2 645 Punkten nach der ersten Zinssenkung Anfang Januar leicht unterschritten worden sei. Seit dem zweiten Zinsschritt ging es dann jedoch nur noch nach unten.

"Psychologisch ist das Bild daher noch nicht positiv. Der Markt steht weiterhin auf der Kippe", meint Rübsamen. Man müsse darauf achten, dass der Gap-Support bei 2 638 Zählern auf Schlusskursbasis nicht gebrochen werden dürfe. Aber auch die Subindizes deuteten noch keine Entspannung an. So sei der Nasdaq-Internet-Index noch nicht aus seinem Abwärstrend ausgebrochen und auch beim Nasdaq-Biotech-Index sei ein negativ zu interpretierender False-Break-Out aus dem Abwärtstrend zu beobachten gewesen. Vor diesem Hintergrund sollten TMT-Werte nicht übergewichtet und enge Stopps gesetzt werden.

"Über 6 800 Punkten ist der Weg nach oben frei"

Grundsätzlich positiv gestimmt für den Dax ist dagegen sein Kollege Martin Siegert. In den kommenen drei Tagen sollte bei einer anhaltenden Bodenbildung gekauft werden, meint der Analyst. Dabei sieht er eine Support-Zone um 6.557/56 Punkte, und dann bei 6 484 und 6 452 Zählern. Am 9. Februar sei ein wichtiger Zykluspunkt zu erkennen. Dann sollte eine mögliche Wende stattfinden, heißt es weiter. Über 6 800 Punkten sollte der Weg nach oben frei sein und ein Anstieg dürfte dann sehr dynamisch ablaufen. Dabei müsse jedoch der obere Resist bei 6 857 Punkten beachtet werden.

Bestätigt werde dieses Szenario durch die Indikatoren, die Anzeichen für ein Pull-Back ausbauten, heißt es weiter. Sollte bis zum 9. Februar die Bodenbildung wirklich fortgesetzt werden und es dann kräftig nach oben gehen, dürfte diese Bewegung bis zum 1.März anhalten. Erst dann sei wieder ein Zykluspunkt zu erkennen.

Dietmar Rübsamen hält die Bankenwerte im Dax für interessant. Deutsche Bank dürften kurz vor den Ende der Korrektur stehen und auch die HypoVereinsbank sehe gut aus. Dresdner Bank sollten beim Support um 48 Euro einen Boden gebildet haben. Sollte dann die 51 Euro auf Closing-Basis überwunden werden, könnte es schnell weiter nach oben gehen, meint Rübsamen. Für ihn sehe lediglich die Commerzbank charttechnisch negativ aus. Nach einem False-Break-Out nach oben und dem anschließenden Fall unter die 31 Euro sollte hier noch kein Engagement getätigt werden, so der Analyst.

Beim Nemax keine Euphorie angebracht

Beim Nemax-50 sind sich die drei Analysten einig: Euphorie ist derzeit nicht angebracht. Zwar dürfte der Nemax-50 das Tief bei 2 105 Punkten von Anfang Januar nicht mehr sehen, so Holger Struck. Nach einem Anstieg um rund 40 % seit Jahresanfang setze sich die Konsolidierung wohl noch fort. Insgesamt dürfte 2001 jedoch ein gutes Nemax-50-Jahr werden, was durchaus 100 % im Vergleich zum Jahresende 2000 bringen könnte. Dabei sei in den kommenden Wochen eher mit einem erneuten Angriff auf die 3 000er Marke zu rechnen als mit neuen Tiefs, meint der Analyst. Die Konsolidierung dürfte bei 2 500 Punkten beendet sein. Danach sollte auch das Zwischenhoch bei 2 968 Punkten recht schnell wieder überwunden werden können.

Rübsamen hingegen meint, dass der Nemax-50-Index noch nicht gut aussehe. Trotz des Ausbruchs aus dem Abwärtstrend bleibe die Lage noch unklar, wobei multiple positive Divergenzen Hoffung aufkommen ließen. Wenn in den kommenden vier Wochen ein neues Tief markiert wird, dürfte dies jedoch erstmal das letzte Tief gewesen sein. Dann könne eine deutliche Erholung einsetzen, so der Analyst weiter. Sollte dieses Szenario nicht eintreten, sollte die Seitwärtsbewegung anhalten und das Risiko nochmaliger großer Kurseinbrüche könne wohl ausgeschlossen werden.

Bei den Einzelwerten ist zum Beispiel bei Intershop nach Angaben von Rübsamen ein finales Tief nicht ausgeschlossen. Dann dürfe es aber wieder deutlich aufwärts gehen. Im Laufe des Jahres könne sogar das Gap bei 31 Euro wieder geschlossen werden. Jedoch sollte bei allen Werten hier nur mit kleinen Volumina agiert werden, so Rübsamen weiter. Für Holger Struck sind bei Kabel New Media, United Internet und Tomorow Trendbruchsignale zu erkennen.



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