Analystenmeinungen
Porsche-Aktie erst mal einparken

Auf den ersten Blick ist die Lage eindeutig: Porsche finden wohl alle Analysten gut. Verkaufsempfehlungen gibt es jedenfalls keine. Doch es sprechen ein paar Argumente dagegen, gerade zum jetzigen Zeitpunkt in die Porsche-Aktie einzusteigen.

qdt DÜSSELDORF. Auf den ersten Blick ist die Lage eindeutig: Porsche finden wohl alle Analysten gut. Verkaufsempfehlungen gibt es jedenfalls keine. Doch manche raten immerhin nur zum "Halten" - auch, wenn sie mittel- und langfristig Kurspotenzial vermuten. Denn es sprechen doch ein paar Argumente dagegen, gerade zum jetzigen Zeitpunkt in die Porsche-Aktie einzusteigen:

Als Hauptgrund dafür wird die derzeit hohe Bewertung genannt. So hält etwa Sandra Spiegelberg von Schroder Salomon Smith Barney den Wert auf dem jetzigen Niveau für fair bewertet; er sei in dieser Hinsicht angemessen eingeordnet zwischen dem Automobil- und dem Luxusgütersektor. Und auch Sebastian Stein von der Bankgesellschaft Berlin sieht den Titel zwischen 350 und 400 Euro als fair bewertet an - zumal keine neuen Nachrichten anstünden, die den Kurs hochziehen könnten.

Außerdem müsse das Unternehmen hohe Forschungs- und Entwicklungskosten stemmen, die mit dem Aufbau der Montagefabrik für den Geländewagen Cayenne in Leipzig verbunden seien, sagt Arndt Ellinghorst von der WestLB Panmure. Er stuft Porsche derzeit mit "Neutral" ein, sieht den Wert in sechs Monaten nur bei 380 Euro. Stein ergänzt, abgesehen davon sei die "Story mit Cayenne" seit langem bekannt und mittlerweile bereits im Aktienkurs enthalten. Und er gibt zu bedenken: "Modellanläufe sind im Allgemeinen immer mit Problemen verbunden." Stein betont allerdings auch, Porsche betreibe generell eine "konservative Informationspolitik". Insofern stelle sich vor anstehenden Veröffentlichungen des Unternehmens stets die Frage: Sind die Erträge doch noch höher als bereits erwartet?

Steins Meinung nach wird außerdem oft übersehen, dass die gegenwärtige Konjunkturschwäche und die negative Stimmung an der Börse den Porsche-Kurs belasten könnten - auch wenn das Unternehmen in den ersten vier Monaten dieses Jahres in den USA und in Deutschland im Gegensatz zur Gesamtbranche deutliche Absatzzuwächse verbucht hat. So seien die Taschen vieler New-Economy-Manager leer. Auch bei den in guten Börsenjahren reich entlohnten Investmentbankern flössen die Boni nicht mehr wie gewohnt. Und was die selbstständigen Unternehmer angehe: Wenn die eigene Firma schlecht läuft, womöglich Angestellte entlassen werden und Kürzungen an allen Ecken und Enden erforderlich sind, scheine es manchem Manager imagepolitisch kaum angebracht, sich einen neuen Porsche vor die Haustür zu stellen - selbst wenn sie den Wagen aus der Haushaltskasse in bar bezahlen könnten.

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