Analystenmeinungen
VW: Verhaltenes drittes Quartal erwartet

"Die Dynamik im Geschäft des VW-Konzerns hat sich deutlich verlangsamt", attestiert Sebastian Stein von der Bankgesellschaft Berlin. Rolf Woller von der Hypo-Vereinsbank geht von einem Umsatzminus um sieben Prozent aus und Pia Christina Schulze von Merck Finck & Co erwartet einen weiteren Margenrückgang auf 4,5 Prozent nach 5,5 Prozent im ersten Quartal und 4,8 Prozent im zweiten Vierteljahr.

vwd WOLFSBURG. Klaus Weihermann von der WGZ Bank sieht einen Gewinnrückgang, der aber durch das Ertragsplus der Vorquartale überkompensiert wird. VW legt die Zahlen am Dienstag vor. Generell wird die Bewertung der VW-Zahlen weiterhin durch Bilanzierungsakrobatik und die unterschiedliche Rechnungslegung erschwert sein. So hatte beispielsweise vor kurzem der Kursrutsch der VW-Stammaktien, von denen VW rund 13 Prozent zurückerworben hat, zu Spekulationen über einen immensen Abschreibungsbedarf des Konzerns geführt. Dieser ist nach HGB-Rechnungslegung zwar auch vorhanden - in informierten Kreisen wird von bis zu 680 Mill. Euro gesprochen. Allerdings hat VW die Aktien auf eine Tochtergesellschaft übertragen, zudem tritt durch diese rein buchhalterische Maßnahme nach IAS-Rechnungslegung keine Belastung auf.

Ungeachtet dessen erwarten die Analysten nach HGB im dritten Quartal auf Grund der Abschreibungen Ergebnisrückgänge um bis zu 75 Prozent wie etwa Patrick Juchemich von Sal. Oppenheim, der ein Ergebnis vor Steuern von nur 218 Mio EUR sieht. Nach IAS werde dieses aber bei 1,15 Mrd. Euro liegen, was sich für den Zeitraum der ersten neun Monate auf 3,5 Mrd. Euro addiert, so seine Prognose. Mit dieser Schätzung liegt Juchemich leicht über den Schätzungen anderer Beobachter. So ergab eine Umfrage der VW-Investor-Relations-Abteilung unter 20 Analysten einen Konsenswert beim Ergebnis vor Steuern (IAS) von 3,391 Mrd. Euro.

Für VW dürfte nun das vierte Quartal entscheidend sein. "Um unsere Gesamtjahresschätzung eines unveränderten Ergebnisses vor Steuern von 4,35 Mrd. EUR zu erreichen, müsste VW die Marge bei in etwa unverändertem Absatz im vierten Quartal auf 5,1 Prozent verbessern. Das erscheint sehr anspruchsvoll", befindet Analyst Stein, merkt aber auch an, dass das vierte Quartal stets besonders ertragsstark war. Der Konzern selbst hält an der Prognose einer Ergebnis- und Volumensteigerung fest. Dass dieses Ziel bei der Vorlage der Zahlen am Dienstag vor Börseneröffnung kassiert wird, ist wenig wahrscheinlich, wie aus dem Unternehmen zu hören ist.

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