Analystenschätzungen übertroffen
Medion trotzt der Konjunkturflaute

Der Essener Elektronikkonzern Medion AG hat sich von der schwachen Einzelhandelskonjunktur abgekoppelt und mit deutlichen Wachstumsraten im ersten Quartal 2002 die Analystenschätzungen übertroffen.

Reuters ESSEN. Wachstumsmotoren seien auf Produktebene die Trends zur Digitalisierung sowie das Zusammenwachsen von Unterhaltungselektronik und Multimedia gewesen, teilte das im Auswahlindex des Neuen Marktes Nemax 50 notierte Unternehmen am Mittwoch im Vorfeld der Hauptversammlung mit. Dabei habe das Auslandsgeschäft weiter an Bedeutung gewonnen. Der Konzern sei zuversichtlich, auch im vierten Jahr nach dem Börsengang die Wachstums- und Ertragsprognosen zu erreichen, die Zuwächse von 25 bis 30 Prozent vorsehen.

Während der deutsche Einzelhandel im ersten Quartal einen Umsatzrückgang von vier Prozent verzeichnete, steigerte Medion nach den Angaben seinen Umsatz um 25 Prozent auf 599,1 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) verbesserte sich um 31 Prozent auf 35,2 Millionen Euro. Das Ergebnis je Aktie legte um 30 Prozent auf 0,43 Euro zu. Das Ergebnis vor Steuern wurde mit 34,8 (26,9) Millionen Euro beziffert. Die von Reuters befragten Analysten hatten im Durchschnitt mit einem Umsatz von 598,8 Millionen Euro gerechnet und einem Ebit von 34,1 Millionen Euro. Beim Überschuss wurden 20,3 Millionen Euro erwartet.

2001 hatte der Konzern bei einem Umsatz von 2,1 (1,6) Milliarden Euro einen Überschuss von 70,1 (44,1) Millionen Euro erwirtschaftet. Die Aktionäre sollen eine Dividende von 0,50 Euro erhalten.

Multimedia-Bereich legt weiter zu

Den Großteil der Umsätze erzielte Medion in den ersten drei Monaten mit 520,5 Millionen Euro beziehungsweise 86,9 Prozent im Multimedia-Bereich. Auf die Unterhaltungs- und Haushaltelektronik entfielen mit 68,3 Millionen Euro 11,4 Prozent des Umsatzes. Die Kommunikationselektronik trug mit 10,3 Millionen Euro 1,7 Prozent zum Umsatz bei.

Medion verkauft vornehmlich Produkte wie Heimcomputer, Haushaltselektronik- und Unterhaltungstechnikartikel in Verbrauchermärkten und Lebensmitteldiscountern. Das Geschäftsmodell basiert auf hohen Stückzahlen. Kunden sind neben Aldi und Tchibo etwa die Metro oder der französische Einzelhandelskonzern Carrefour.

Auslandsanteil weiter angestiegen

Medion

konnte nach den Angaben im ersten Quartal die Auslandsumsätze um mehr als 91 Prozent auf 154,5 Millionen Euro steigern. Dies entspricht einem Anteil am Gesamtumsatz von 25,8 Prozent nach 16,9 Prozent im Vorjahreszeitraum. Dabei entfielen 3,2 Millionen Euro auf den nordamerikanischen Markt. Die Fähigkeit, die gleichen Produkte zur gleichen Zeit mit hohen Volumina zu vermarkten, habe zu einer hohen Akzeptanz bei den international arbeitenden Handelskonzernen geführt.

Der Konzern werde seine Aktivitäten im Ausland weiter ausbauen, die damit verbundenen Risiken aber auf ein Minimum begrenzen. Insbesondere in den USA gestalte der Elektronikhändler daher sein Vorgehen mit "Augenmaß", hieß es weiter. Insgesamt werde Medion 2002 mehr als ein Viertel seiner Umsätze außerhalb Deutschlands erzielen. Medion ist bislang mit insgesamt sechs Tochtergesellschaften in 14 europäischen Ländern und in den USA vertreten.

Analyst: Medion ist ein verlässlicher Blue Chip

Die Analysten zeigten sich angetan von den Kennzahlen des Konzerns. Medion sei "einer der wenigen verlässlichen Blue Chips", sagte beispielsweise ein Experte der HypoVereinsbank. Für den weiteren Verlauf seien eher positive denn negative Überraschungen zu erwarten, hieß es bei HSBC Trinkaus. Mit einer Verlangsamung des Wachstums sei auch bei der weiteren Entwicklung wohl nicht zu rechnen.

Die Aktie, die seit Jahresbeginn deutlich an Wert eingebüßt hat, stieg am Mittwochvormittag bei einem festeren Gesamtmarkt um mehr als sieben Prozent auf 44 Euro.

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