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Analystenstimmen zu Siemens

dpa/afx/rtr/fgh FRANKFURT. Die Aktien von Siemens und Infineon haben am Donnerstag im Frankfurter Handel deutlich nachgegeben. Bis 14 Uhr büßten Siemens 3,01 % oder 4,3 Euro ein. Zuvor hatte der Verlust im frühen Handel bei - 3,6 % gelegen. Einige Analysten sagten, Siemens habe einen optimistischen Ausblick gegeben. "Die Ziele sind nicht einfach zu erreichen, aber erreichbar", so HypoVereinsbank-Analyst Roland Pitz. Wenn Siemens diese Ziele umsetze, "dann wäre das ein großer Schritt nach vorne für den Konzern", fügte er hinzu. Friedrich Diehl, Fondmanager bei Frankfurt Trust sagte, die Margenziele seien ehrgeizig und etwas optimistischer als erwartet. Mit großen Veränderungen beim Aktienkurs rechne er aber nicht.

Infineon brachen bis 14 Uhr mit minus 7,75 % bzw. - 3,94 Euro ein. Händler machten für die Einbußen der Siemens-Familie das negative Umfeld, die Herabstufung der Infineon-Aktie durch Lehman Brothers und die Ankündigung über den Verkauf der Infineon-Anteile durch Siemens verantwortlich. Siemens-Chef Heinrich von Pierer hatte kurz zuvor in München bestätigt, dass sich der Siemens-Konzern vollständig vom kürzlich an die Börse gebrachten Halbleiterunternehmen trennen wird. Damit werden die Infineon-Aktien künftig in großer Zahl am Markt auftauchen. "Letztlich war mir das klar", sagte Aktienstratege Robert Halver von Delbrück Asset Management in Frankfurt, "aber Pierer hat auch klargestellt, dass er es vorsichtig und in kleinen Schritten machen wird".

Schlechtes Technologie-Umfeld belastet

Frank Albrecht, Händler bei M.M. Warburg, verwies auf das allgemein sehr schlechte Technologie-Umfeld. Die deutschen High-Tech-Werte seien wegen der schlechten Vorgaben vom Mittwoch aus den USA erneut stark belastet. Bei Infineon komme noch dazu, dass die US-Investmentbank Lehman Brothers die Aktie von "Buy" auf "Outperform" herabgestuft habe.

Kein Vertrauen zur eigenen Tochter?

Ulrike Christel von der Baden Bank-Württembergischen sagte, der komplette Verkauf der Infineon-Anteile durch Siemens erwecke möglicherweise den Eindruck, als traue Siemens der eigenen Tochtergesellschaft nicht mehr. Die Geschäftszahlen von Siemens seien indessen gut gewesen und hätten im Rahmen der Erwartungen gelegen.

Simon Scholes, ein Analyst der Bankgesellschaft Berlin, erklärte, Siemens habe sehr ambitionierte Ziele für das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) der einzelnen Sparten im laufenden Geschäftsjahr ausgegeben. Er sei gespannt, wie der Konzern es bewerkstelligen wolle, dass die Gewinne stärker ansteigen als der Umsatz. Die BG Berlin hatte Siemens am 11. Dezember erneut mit "Reduzieren" bewertet. Zur Begründung hieß es unter anderem, im Handybereich werde es schwierig sein, die bisherigen Erfolge, die vor allem in Deutschland erzielt wurden, zu wiederholen. Bei der Siemens-Tochter Infineon sei unklar, ob die Erholung bei den Speicherchippreisen wie erhofft im April/Mai 2001 einsetzen werde.

Eher Siemens als Infineon

Vor dem Hintergrund des Aktientauschangebots Siemens/Infineon riet Albrecht den Anlegern, bei Siemens einzusteigen. "Wenn man in der Siemens-Familie investiert sein möchte, dann sollte man eher eine Siemens kaufen als eine Infineon. Siemens hat kurzfristig eine bessere Chance als Infineon." Der Preis der Infineon-Aktie werde schon dadurch gedrückt, dass jetzt mehr Aktien auf den Markt kämen.

Theo Kitz vom Bankhaus Merck Fink & Co. sagte im Gespräch mit Handelblatt.com, die Anfang Dezember getroffene Einschätzung der Siemens-Aktie als "Marketperformer" werde zunächst beibehalten. Vor der am Freitag Mittag stattfindenden Analystenkonferenz wolle er keine neue Einschätzung der Geschäftszahlen vornehmen.

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