Anbieter grenzen sich mit Design und technischen Details voneinander ab
Schicke Flachbildschirme auf der Cebit

Die Tage der Röhrenmonitore sind gezählt. Während die Anbieter von Flachbildschirmen inzwischen im unteren Preissegment kaum noch Geld verdienen, versuchen die technisch führenden Hersteller, durch technische Extras ihre Margen zu retten.

HB DÜSSELDORF/WIEN. Ein Blick auf die zahlreichen Ankündigungen zur Computermesse Cebit, die in der nächsten Woche in Hannover beginnt, zeigt: Flachbildschirmen gehört die Zukunft. Es wird kaum einen Messestand geben, auf dem noch ein alter Röhrenmonitor zu sehen sein wird. Die flachen Bildschirme haben ihre klobigen Kollegen inzwischen sogar in der Konstruktion und Grafik verdrängt.

Hochauflösende LCD-Monitore in TFT-Qualität (TFT steht für Thin Film Transistor) sind Stand der Technik. Hier wird im Vergleich zu anderen LC-Displays jedes einzelne Bildelement separat angesteuert. Durch technische Tricks haben Hersteller wie NEC, IBM, Hitachi, Sharp, Samsung Philips oder Eizo die Qualität der Wiedergabe so perfektioniert, dass vor allem die teureren Bildschirme in Bezug auf Helligkeit, Kontrast und Blickwinkel (170 Grad) kaum noch etwas zu wünschen übrig lassen.

"Da die Anbieter der TFT-Monitore ihre LCD-Panel (Bildschirme) oft bei den gleichen Herstellern in Japan oder Korea beziehen, unterscheiden sich die Produkte meist nur noch durch Details im Design", sagt Armin Collong, Produktmanager bei der Avnet Applied Computing GmbH in Nettetal zuständig für Eizo-Bildschirme. Der Haupttrend auf der diesjährigen Cebit geht hier eindeutig in Richtung TFT-Monitore mit schmalem Rahmen. Der Rand misst bei diesen Monitoren weniger als 2 cm. Die Hersteller haben hier die Steuerelektronik für die Bildelemente, die bislang außen am Rand der LC-Displays untergebracht waren, auf die Rückseite der Panel verlagert.

"Dadurch wirken die Bildschirme nicht nur schlanker, sie lassen sich nun auch leichter nebeneinander anordnen", erläutert Carsten Grashorn, der bei der Sharp Electronics GmbH in Hamburg u.a. für den Verkauf der LCD-Monitore zuständig ist. Die Hersteller haben hier vor allem Großanwender in der Industrie, bei Banken und Sicherheitsunternehmen im Visier. Werden mehrere Monitore nebeneinander betrieben, waren die breiten Ränder der Flachbildschirme störend.

Bildpunkte schalten schneller

Eine weitere Verbesserung ist den Herstellern gelungen: Durch kürzere Schaltzeiten bei den Bildpunkten gehört nun auch die Schlierenbildung bei schnellen Bildsequenzen der Vergangenheit an. So ist es den Herstellern vor allem bei den kleineren 15- Zoll-TFT-Monitoren gelungen, die Schaltzeiten unter 25 ms zu drücken, so dass diese Bildschirme nun auch für Computer- und Videospiele geeignet sind. Auch Börsenticker sollten nun auf diesen Flachbildschirmen ohne das störende Nachziehen der Schrift klar und deutlich laufen.

Während die Hersteller auf der Cebit noch um die Kunden von heute ringen, entwickeln die Panelhersteller bereits an der LCD-Technik von morgen. Neben Sharp, Samsung u.a. hat Philips hier die Nase vorn. Das niederländische Unternehmen hat bereits vor einigen Wochen angekündigt, im Herbst mit der Produktion der nächsten Generation von Flachbildschirmen, den Liquid Crystal on Silicon (LCoS), zu beginnen. Hier ist bereits ein Teil der Steuerungselektronik in jedem Bildpunkt integriert.

Das LCoS-Panel besitzt dazu den Silizium-Chip auf der Unterseite und den Liquid Crystal Layer auf der Oberseite. Die Spannungsversorgung der Zellen liegt hier unter der Zelle und beansprucht somit keine Pixelfläche. Damit stehen 95 % der Display-Oberfläche als Anzeige zur Verfügung. Da für die LCoS-Technologie Einzelkristalle aus Silizium statt Flüssigkristall verwendet werden, sind hier noch schnellere Schaltzeiten möglich.

Der Charme der neuen Technik besteht darin, dass Errungenschaften für die kleineren Monitore - wie hohe Lichtstärke oder Wegfall des Nachziehens bei bewegten Bildern - auch bei großen Bildschirmen zum Tragen kommen. Philips wird die LCoS-Technologie daher zunächst zur Produktion von TV-Geräten mit Bildschirmdiagonalen ab 40 Zoll nutzen, weil hier die Vorteile am deutlichsten sind. Erst später werden auch kleinere Displays gefertigt.

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