Anbieter kostenloser MP3-Dateien beantragt Insolvenz
Musikplay stellt Angebot von Songs über das Internet ein

jck/tok DÜSSELDORF. Das Sterben der Internet-Musikanbieter geht weiter. Während die Musiktauschbörse Napster mit Hilfe des Medienkonzerns Bertelsmann AG ums Überleben kämpft, stellte am vergangenen Wochenende der Musikdienst Radio.mp3 seinen Sendebetrieb ein. Seit März 2000 bot die Münchner Musikplay GmbH gratis Songs im MP3-Format an. Am 31. Mai hatte das Unternehmen beim Münchner Amtsgericht Insolvenz beantragt. Man habe den Dienst nicht mehr aufrecht erhalten können, kommentierten Investoren.

Ausgestattet mit einer Rundfunklizenz der Medienanstalt Berlin-Brandenburg nutzte Radio.mp3 zur Datenübertragung eine so genannte Austastlücke im Videosignal des Fernsehsenders NBC-Europe: Über den Teletext des Senders wurde ein Datensignal übermittelt, das einen Musik-Teil enthielt. Hörer mit Kabelanschluss, die einen Computer mit TV-Karte besitzen, konnten so die Charts im MP3-Format aufnehmen. Zum Schluss hatte Radio.mp3 mehr als 600 000 Nutzer.

Hauptgründe für die Pleite seien zu geringe Werbeeinnahmen sowie gescheiterte E-Commerce-Aktivitäten gewesen. Offenbar gab es aber auch Probleme mit NBC. Bereits im April hatte Radio.mp3 den Sendebetrieb vorübergehend eingestellt. Strittig seien damals auch Programminhalte gewesen. Musikplay wollte auch Erotikfilme im MP4-Format zum gebührenpflichtigen Download anbieten. Für den neuen Service hätten sich bereits 18 000 Nutzer registrieren lassen. NBC sei dies jedoch zu weit gegangen. Nach nur einem Tag wurde das Programm gestoppt.

Derzeit prüfen die Musikplay-Gesellschafter, ob Radio.mp3 noch zu retten ist.

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