Anbieter rechnen mit bleibendem Kundenzustrom
Nachfrage nach Telefon- und Videokonferenzen wächst

Um zehn bis fünfzig Prozent ist die Nachfrage nach Video- und Audiokonferenzen nach den Attentaten auf World Trade Center und Pentagon gestiegen.

NEW YORK. Der unterbrochene Flugverkehr nach Nordamerika zwingt die Unternehmen, per Telefon und Videoschaltung mit Mitarbeitern, Kunden und Geschäftspartnern in Verbindung zu treten. Etliche Anbieter haben in den vergangenen Tagen Dienste kostenlos offeriert. Experten erwarten, dass die Anbieter solcher Kommunikationsdienste auch langfristig Kunden gewinnen können, wenn die derzeit verbreitete Angst vor dem Fliegen anhält.

Auch einige Telekonferenz-Anbieter rechnen damit, dass die Nachfrage dauerhaft steigt. "Wir sind überschwemmt worden mit Aufträgen, seit das passiert ist", sagt Craig Brandofino. Er ist beim Wirtschaftsprüfungskonzern Ernst & Young für den Audio- und Videokonferenzdienst zuständig. Die mehr als 100 Videokonferenz-Räume des Unternehmens seien erstmals vollständig ausgelastet gewesen. "Ich sehe wirklich eine Nachfrage nach neuen Dienstleistungen entstehen."

Die Wachstumsperspektiven blieben auch der Börse nicht verborgen. Während die meisten Kurse an den US-Aktienmärkten am ersten Handelstag nach dem Terroranschlag einbrachen, konnten die Anbieter von Produkten und Diensten für Konferenzschaltungen deutlich zulegen. So gewannen die an der Nasdaq notierten Titel Act Teleconferencing Inc. 47 % auf 7,35 $, Webex Communications Inc. 24 % auf 21,26 $, Polycom Inc. 33 % auf 25,45 $.

Telefonkonferenzen nahmen schon in den vergangenen zwei Jahren stark zu

Die Geschäfte vieler Telekonferenzdienste liefen bereits vor dem Attentat gut. Eine schwache Konjunktur und bessere Internet-basierte Technologien haben Unternehmen veranlasst, Dienstreisen durch elektronische Treffen zu ersetzen. Vor allem die Telefonkonferenzen haben in den vergangenen zwei Jahren stark zugenommen. Begünstigt wurde dies durch neue Dienste, die den Firmen ermöglichen, die Teams selbst zusammenzuschalten.

Die französische Genesys SA registrierte in der vergangenen Woche einen Anstieg der Nachfrage nach diesem Dienst um 40 % im Vergleich zur Vorwoche. Der US-Anbieter Global Crossing Holdings Ltd. sagte, einige Kunden hätten die Dienste 20 bis 35 % mehr genutzt als zuvor, und manche erwarteten als Ergebnis der Reisebeschränkungen eine Verdopplung ihrer jährlichen Nachfrage.

Auch während des Golfkrieges verzeichneten die Anbieter von Konferenzschaltungen einen starken Nachfragezuwachs, berichten Marktforscher von Telespan. Nach der Krise sei die Nachfrage zwar gesunken, aber nicht wieder bis auf das alte Level gefallen. Der Grund: Die Kunden hatten sich an die neue Technologie gewöhnt.

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