Anbieter setzen auf Arglosigkeit der Nutzer
Mit 0190-Nummern an das Geld der Handykunden

Die Anbieter von 0190-Nummern versuchen mit immer neuen Abzockertricks, arglosen Handy-Kunden das Geld aus der Tasche zu ziehen. Dabei bauen sie auf die Neugier und das ganz normale Telefonverhalten der Menschen.

HB. STUTTGART. Anbieter verschlüsseln zum Beispiel die verräterische 0190-Nummer. Mit einer Auslandskennzahl oder mit Trennstrichen versehen ist die teure Nummer auf den ersten Blick nicht erkennbar. Das hat das Telekommunikationsmagazin "connect" in seiner aktuellen Ausgabe (Heft 5/2003) herausgefunden. Ein gemeiner Trick sei laut Angaben des Magazins auch das Versenden einer Mitleid erregenden SMS mit Texten wie: "Ich brauche Deine Hilfe, bitte ruf mich schnell an!" Aus Angst und Besorgnis rufen viele sofort zurück. Gegen diesen geschmacklosen Abzockertrick kann man sich gut wehren, wenn alle wichtigen Nummern mit Namen im Adressbuch des Handys gespeichert sind.

Aber nicht nur per SMS wollen die Anbieter Kasse machen: Neuerdings telefonieren Computer ganze Blöcke von Mobilfunknummern ab und legen nach einer Sekunde wieder auf. Auf dem Handy-Display erscheint der Vermerk "Anruf in Abwesenheit". Wer zurückruft, zahlt - und das für eine völlig sinnlose Bandansage. Moderne Geräte mit Rückruffunktion unterstützen diese Tricks, weil die Nutzer beim Rückruf gar nicht auf die Nummer achten.

Sogar auf Kleinanzeigen reagieren diese Unternehmen: Wer eine Wohnungsannonce schaltet, sollte sich nicht wundern, wenn er eine Traumwohnung per SMS angeboten bekommt. Die Rückrufnummer ist eine teure 0190-Nummer. Oder es wird eine Reaktion des Empfängers mit gefälschten Bestätigungen provoziert: "Ihre Registrierung war erfolgreich. Ab heute erhalten Sie jeden Tag Werbebotschaften per SMS. Wenn Sie nicht einverstanden sind, schicken Sie eine SMS an...".

Zur Vorsicht rät "connect" auch bei scheinbar seriösen Diensten, wie etwa bei TV-Shows wie "Deutschland sucht den Superstar". Denn: Die eingeblendeten Kosten für einen Anruf dieser 0137-Nummer gelten nur für Anrufe aus dem Festnetz. Wer per Handy mitmachen will, zahlt deutlich mehr. Dabei kommen über 50 Prozent der 0137-Anrufe von Handys.

Grundsätzlich gilt: Nicht auf 0190-SMS und-Anrufe reagieren. Erstens fallen Gebühren an und zweitens erhält der Anbieter eine Bestätigung, dass die Nummer aktiv ist. Sinnvoll ist zudem, sein Handy für den Gebrauch von Premium-Nummern sperren zu lassen.

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