Anbieter sind noch gelassen
I-Mode tritt in Europa gegen Wap an

Der Handy-Internetdienst I-Mode kommt von Japan nach Europa. KPN Mobile und Telecom Italia übernehmen die Vermarktung des Dienstes, der Bilder aufs Handy bringt - ein Rückschlag für die Konkurrenz. Mehr zur mobilen Zukunft im Mobile Special

dri/slo DÜSSELDORF.Der Mann ist 60 Jahre, grauhaarig und alles andere als ein Start-up-Manager. Dennoch ist Keiji Tachikawa, Präsident der mächtigen japanischen Telefongesellschaft NTT Docomo mit I-Mode der Durchbruch beim mobilen Internetzugang gelungen. Jetzt soll sein I-Mode nach Europa kommen und Wap Konkurrenz machen.

Dafür haben der italienische Mobilfunk-Marktführer Telecom Italia Mobile (Tim), die niederländische KPN Mobile und NTT Docomo Anfang dieses Jahres eine Allianz geschmiedet. KPN Mobile und Tim erhalten exklusive Vermarktungsrechte an dem Dienst, den in Japan schon jeder zweite der 34 Millionen NTT-Docomo-Kunden nutzt.

Die drei Unternehmen wollen ein Joint Venture aus der Taufe heben, an dem die Partner zu gleichen Teilen beteiligt sein werden. Dieses Unternehmen soll I-Mode für europäische Mobilfunknetze und-märkte anpassen und weitere mobile Internetdienste entwickeln.

Wap ist schlecht zu handhaben

Die europäischen Mobilfunkunternehmen wollen in diesem Jahr über die Aufrüstung der bestehenden Netze mit der schnelleren GPRS-Technik neue Dienste auf den Markt bringen. Der Grund: Allein mit Telefongesprächen lässt sich im fast gesättigten Markt künftig kaum noch Wachstum erzielen. Erste Versuche in Europa mit abgespeckten Internetseiten über den Standard Wap haben bisher bei den Kunden wegen ihrer schlechten Handhabbarkeit wenig Erfolg.

Der japanische Dienst I-Mode, der Bilder gestochen scharf auf das Handy-Display liefert, ist da laut Bergheim um Längen voraus. Bis zur Markteinführung müssen die drei Partner allerdings erst neue Handys von den Lieferanten konstruieren lassen, die sowohl Wap- als auch I-Mode-fähig sind.

Anbieter reagieren gelassen auf I-Mode

Die heimischen Mobilfunkbetreiber reagierten vorerst gelassen auf die Ankündigung, I-Mode auch in Europa einzuführen. Durch die schnellere Übertragungstechnik GPRS würden Wapdienste attraktiver, heißt es bei der Telekom-Tochter T-Mobil. Zudem decke Wap die I-Mode-Inhalte ab.

"Die Konkurrenz zwischen Wap und I-Mode wird die Wartezeit auf den mobilen Internet-Boom enorm verkürzen", sagt Karina Bond, Telekomexpertin bei dem britischen Marktforschungsinstitut Analysys. Welches Angebot sich durchsetzen werde, sei abhängig von den Inhalten.

I-Mode hat schon mehr als 10 000 Diensten online. "Diesen Nachteil kann Wap via GPRS durch mehr Tempo ausgleichen", kontert aber Arno Wilfert, Telekom-Experte bei Arthur D. Little. Noch haben sich die Deutschen mit dem mobilen Internet nicht angefreundet. Es gibt zwar mehr als 3 Mill. Wap-Handys. Aber sie werden kaum als Internet-Zugang genutzt. Der Grund: Hohe Kosten. Etwa 40 Pfennig kostet die Minute bei einer geringen Übertragungsgeschwindigkeit. Das soll mit GPRS besser werden. Die Verbindungen werden nicht nach Zeit, sondern nach Datenmenge berechnet.

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