Anbieter verfolgen unterschiedliche Strategien
Breitbandanbieter beklagen sich heftig über die Deutsche Telekom

ADSL, Internet über Richtfunk oder Satellit, oder doch den Breitbandzugang über das Fernsehkabel? Am zweiten Tag der Internet World diskutierten Experten über den Stand der Zugangstechnologie zum Breitbandnetz.

HB BERLIN. "Wir sind alle gebeutelt von der Telekom". Das war der Tenor der Expertenrunden am zweiten Tag der Internet World zum Thema "Zugangstechnologien für das Breitbandnetz". Neben dieser Erkenntnis hatten die Experten keine großen Neuigkeiten zu berichten. "Die Telekom hat uns den Markt kaputt gemacht," erklärt Stefan Vollp, Bereichsleiter Marketing der Kabelgesellschaft Telecolumbus. Die jahrelang hinausgezögerten Gesprächen über einen Verkauf der Kabelnetze hatte nach Meinung Vollp nur einen Sinn: Die Telekom wollte ihr eigenes Breitbandangebot auf DSL-Basis, das T-DSL, im Markt durchsetzen.

In das gleiche Horn bläst Highwayone Geschäftsführer Nigel Hall. "Mit ihrem Kampfpreisen für die DSL-Flatrate macht uns die Telekom den Markt kaputt." Highwayone ist ein alternativer Internet-Zugangsanbieter, der neben der ADSL-Technologie auch den Internet-Acess über die Richtfunkantenne, dem so genannten Wirless Local Loop, anbietet.

Arctel kann auf die Infrastruktur von Arcor zurückgreifen

Positiver gibt sich da schon Jan B. Rittaler, Sprecher der Geschäftsführung von Arctel. Arctel ist ein Joint-Venture von Arcor und der amerikanischen Teligent, das sich auf den Internetzugang via Richtfunk-Antenne spezialisiert hat. Arcor hält 55 % an der Anteile, Teligent die restlichen 45 %. Rittaler sagte im Gespräch mit Handelsblatt.com: "Point zu Multipoint Verbindungen" stellen für Geschäftskunden die Alternative zur Telekom und ihren Business-DSL dar."

Der Optimismus ist berechtigt, kann doch die Arctel, im Gegensatz zu vielen kleineren Startups in der Richtfunkbranche, auf die Infrastruktur der Mutter, Mannesmann Arcor, zurückgreifen. Vor Ort, so Rittaler, werde dann einfach entschieden, ob wir die Richtfunkvariante oder eine DSL-Variante anbieten. "Für den Kunden macht das keinen Unterschied, er erhält die angeforderte Bandbreite", erklärt Rittaler. Zurzeit arbeite Arctel im Richtfunkbereich mit 2 Mbit pro Sekunde. Diese Bandbreite kann auf bis zu 155 Mbit pro Sekunde angehoben werden - die Bandbreite ist also skalierbar. "In diesem Fall bieten wir aber eine Punkt zu Punkt Verbindung an", sagt Rittaler.

Internet via Satellit für Geschäftskunden im ländlichen Bereich

Arctel konzentriert sich auf Geschäftskunden in den Randgebieten der Ballungsräume, den so genannten "Speckgürtel". Das Problem: Für den Aufbau einer Richtfunkverbindung benötigen die Anbieter eine Lizenz der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post. Arctel hat von den beantragten 54 Lizenzen acht erhalten. "Diese acht Lizenzen decken aber über 50 % der beantragten Lizenzen ab," sagt Rittaler.

Der Internet-Acess über Satelliten-Schüssel wird vor allem in den ländlichen Gebieten durchsetzen, ist sich Wolfgang Schürmann vom Satellitenbetreiber Astra sicher. Die absolute Standortunabhängigkeit ist das große Plus der Satellitenbetreiber, die über die Sat-Schüssel Bandbreiten von bis zu 155 Mbit pro Sekunde anbieten können. Eine Satellitenschüssel von 3000-4000 DM und eine PC-Karte von 500 DM sei alles, was der Geschäftskunde investieren müsse, um sich auch in den entlegensten Gebieten eine High-Speed-Internetverbindung aufbauen zu können.

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