Anbieter von alternativen Energien zählten zu den Gewinnern
Nemax schafft im Nasdaq-Sog Trendumkehr

Die kräftige Erholung an der US-Computerbörse Nasdaq und kursgünstige Anschaffungen haben nach Händlerangaben den Frankfurter Neuen Markt am Freitag beflügelt.

Reuters FRANKFURT. Die kräftige Erholung an der US-Computerbörse Nasdaq und kursgünstige Anschaffungen haben nach Händlerangaben den Frankfurter Neuen Markt am Freitag beflügelt. Der alle Werte des Wachstumssegments umfassende Nemax-Index ging mit einem Plus von 3,6 % auf 4 179 Punkten und damit über der psychologisch wichtigen Marke von 4 000 Zählern aus dem Handel. Im frühen Geschäft hatte das Börsenbarometer belastet von der Krise in Nahost noch ein neues Jahrestief von 3 904 Punkten markiert. Händler sprachen von einer Rally im späten Geschäft, die unter anderen durch die günstigen Börsenvorgaben aus New York ausgelöst worden sei.

"Die Hoffnungen auf eine Entspannung im Nahen Osten hat zu der Trendumkehr an den Börsen geführt", sagte ein Marktteilnehmer. Das Blue-Chip-Barometer Nemax50 verbesserte sich nach einem ebenfalls schwachen Auftakt um 3,4 % auf 4 363 Punkte. Auch sei es nach den tagelangen Verlusten wieder zu kursgünstigen Anschaffungen gekommen, hieß es. Auf dem derzeit "günstigen Niveau" seien einige Börsianer auf Schnäppchenjagd gegangen, sagte ein Händler.

Der Nasdaq-Composite-Index kletterte bis zum Börsenschluss in Deutschland um 5,5 % auf 3 242 Punkte. Der Dow-Jones-Index für die 30 führenden Industriewerte verbesserte sich um 1,5 % auf 10 192 Zähler.

Anbieter von alternativen Energien zählten angesichts der hohen Ölpreise zu den Gewinnern. Umweltkontor verteuerten sich um gut 11 % auf 54,20 Euro, und Plambeck Neue Energie stiegen um 7,7 % auf 16,85 Euro.

Knapp 19 % höher gehandelt wurden Metabox, Digital Advert gewannen 26 % auf 15,50 Euro, und die am Vortag nach einer Gewinnwarnung massiv abgestürzten Aktien der Allgeier AG erholten sich um 6 % auf 6,9 Euro. Händler führten diese Kursentwicklungen auf gezielte, kursgünstige Eindeckungen und auf technische Gegenreaktionen zurück.

Nach der zweiten Gewinnwarnung innerhalb von sechs Wochen brachen die Aktien der Nürnberger BinTec Communications AG zwischenzeitlich um mehr als die Hälfte ein. Bis zum Schluss fielen die Papiere um gut 26 % auf 5,80 Euro. Damit war der Titel größter Verlierer. Das Internet-Unternehmen erwartet für das laufende Jahr einen Verlust von 9,5 Mio. Euro nach Steuern. Die Probleme im Absatz und Vertrieb seien schwer wiegender als erwartet, teilte Bintec mit.

Die Aktien der Comdirect bank gaben nach der Vorlage ihrer Kundenzahlen deutlich nach und markierten zwischenzeitlich ein neues Jahrestief. Der Internet-Broker teilte am Freitag mit, er habe zum 30. September 2000 die Zahl seiner Kunden auf um 4 % gegenüber dem Vorquartal auf 565 000 gesteigert. Davon seien 525 000 Direct Brokerage-Kunden. Im zweiten Quartal hatte Comdirect ihre Kundenzahl gegenüber dem Vorquartal noch um 52 % gesteigert. Von Analystenseite hieß es, das Kundenwachstum sei deutlich schwächer als erwartet ausgefallen. Comdirect schlossen 4,9 % niedriger auf 30,0 Euro glatt.

Der Aktienkurs der sich in einem Insolvenzverfahren befindlichen Gigabell AG brach nach dem Rücktritt von Vorstandschef Daniel David zunächst ein, konnte sich aber im Verlauf deutlich erholen. Zum Schluss ging das Papier sogar mit einem Plus von knapp 10 % auf 9,45 Euro aus dem Handel.

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