Andere Situation als in Italien
Medienwächter: Ausländische Investoren bei Kirch willkommen

Ein Übernahme von Teilen der angeschlagenen Kirch-Gruppe durch ausländische Investoren wäre nach Einschätzung der Medienwächter kein Problem.

dpa MüNCHEN. "Wir sollten nicht die verteufeln, die hier etwas investieren wollen", sagte der Präsident der Bayerischen Landeszentrale für Neue Medien, Wolf-Dieter Ring, am Dienstag im PresseClub München. Die Diskussion über eine "deutsche Lösung" führe in die falsche Richtung. Es bestehe die Gefahr, dass insbesondere US- Investoren durch die öffentliche Diskussion verschreckt würden und sich mit Engagements in Deutschland zurückhielten. Die Medienbranche sei aber international.

Nach dem Insolvenzantrag der Kirch-Media, zu der auch der TV- Konzern ProSiebenSAT.1 gehört, gilt eine Übernahme durch die Minderheitsgesellschafter um Rupert Murdoch und Silvio Berlusconi als eine mögliche Variante. Angesichts der Vielfalt der deutschen Medienlandschaft bestehe nicht die Gefahr, dass ein Anbieter über die öffentliche Meinung bestimmen könne, sagte Ring. Das starke Engagement des italienischen Ministerpräsidenten Berlusconi in Italien könne man kritisch sehen. "In Deutschland ist aber eine andere Situation, da habe ich nicht die geringsten Sorgen." Die Medienwächter müssten aber aufpassen, dass die Spielregeln eingehalten werden.

Ring sieht trotz der Finanzkrise gute Zukunftschancen für die Fernsehsender der Kirch-Gruppe. Die Kanäle der ProSiebenSAT.1 Media AG (München) seien gut positioniert und machten als Gruppe Sinn. Auch das defizitäre Bezahlfernsehen Premiere werde in Deutschland in einer Form weiter existieren. "Ein Insolvenzverfahren kann da möglicherweise helfen, Altlasten abzuwerfen." Die "unangemessen hohen Kosten" für Spielfilme und die Sportberichterstattung müssten aber sicherlich reduziert werden. Dann könne Bezahlfernsehen auch in Deutschland trotz des großen Angebots an frei empfangbaren Sendern profitabel betrieben werden.

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